12 Apr 2011, Geschrieben von Peter Rudolph in Sieben und Artists, 5 Kommentare
Im Interview: Paul Henschel (Lux und Laune)
Paul Henschel als Netz-Revolutionär zu bezeichnen, wäre vermutlich übertrieben, und doch hat das von ihm gegründete Forum „Lux und Laune“ in den letzten Monaten für einigen Aufruhr gesorgt und in kürzester Zeit einen enormen Bekanntheitsgrad unter Fotografen und Bildbearbeitern erreicht. Aber Paul macht ganz „nebenbei“ auch noch großartige Bilder – wir haben den jungen Berliner sowohl zu seinem Engagement beim „Lux“ als auch zur Fotografie gelöchert.
Moin Paul, danke, dass du dir die Zeit nimmst. Stell dich unseren Lesern doch kurz vor: Wer bist du und was machst du, wenn du nicht gerade Interviewfragen beantwortest?
Hi, ich heiße Paul Henschel. Ich komme aus Berlin. Fotografie ist eigentlich noch sehr neu für mich und so habe ich mich bisher auf keinen Bereich festgelegen können – ich experimentiere viel, bin sehr sprunghaft. Ich habe keinen Anspruch auf Professionalität, was auch immer das sein mag. Mein Job als Programmierer erlaubt viele Freiheiten und so käme mir nie der Gedanke an eine Karriere in den Sinn, ich nehme die Kamera in die Hand, ohne Druck und Ambition, weil es mich reizt Vorstellungen umsetzen zu können, es macht mir Spaß und ein wenig Aderlass ists obendrein. (-:
Bevor wir zu deinen eigenen fotografischen Arbeiten kommen: Du bist Gründer und Admin von „Lux und Laune“, einem Forum, das ein wenig „anders“ ist – kannst du das Forum kurz beschreiben? Was zeichnet es aus?
Severin Sadjina und ich haben das Forum begründet. Die Idee wurde aber von vielen Leuten getragen und ist schon älter. Lux wurde geboren weil wir der Meinung waren, dass die gängigen Orte nicht die fotografischen Notwendigkeiten mitbringen die da sind: Freundschaft, Inspiration, hohes Niveau, Vielfältigkeit, freier Umgang und Ansporn. Ich war und bin in etlichen Foren und die Struktur, die so ein Portal von Haus aus bietet, kann einfach nicht die oben genannten Ansprüche abdecken. Du fängst also an, dein Klientel mit Regeln und Konventionen zu gängeln, zwingst sie, einen Beitragsschnitt einzuhalten, Wissen zu teilen und du lässt alle in dein Haus, wie sie eben kommen, groß und klein, dumm und dämlich. Man bekommt einfach das Gefühl, da wurde irgendwann einmal etwas veranschlagt, man hat dran festgehalten, und nun sitzt man auf einem Sack voller Löcher — das Momentum um wirklich einen Unterschied zu machen schon lang verpasst und unwiederbringlich. Wir haben einfach angefangen über solche und andere Dinge nachzudenken und das Medium „Forum“ neu auszulegen.
Worin siehst du die Schwachstellen anderer fotografisch orientierter Communities und ist „Lux & Laune“ eine Art „Gegenbewegung?“
Nein, keine Gegenbewegung, eher eine Konsequenz. Es gibt weder eine Fede noch eine Freundschaft. Aber das kann sich ja in Zukunft ändern. — Damit meine ich den freundschaftlichen Aspekt natürlich! : D Was die Schwachstellen angeht, so ziehen in meinem Kopf gerade finstere Wolken auf. Gliedern wir’s ein wenig:
Die Regeln
Du hast einen Haufen bescheuerter Regeln die eh niemand jemals liest, du Kategoriest und schaffst x Subforen um dem Andrang Herr zu werden, verbietest Wissensaustausch da wo er aufkommt. Stellst du in der Galerie eine Frage, dort wo der Fotograf, zu dem du aufschaust, die Früchte seiner Erfahrung ausstellt, so wirst du abgeurteilt. Stell die gleiche Frage in diesen komischen Subforen, wo sich Techniker und Analysten den ganzen Tag die Köpfe einschlagen und du kriegst alles, nur keine Antwort — und in so einen Pfuhl verirrt sich nur selten ein Fotograf. — Im Lux gibt es keine Regeln und Moderatoren. Wissen kommt da auf, wo es eben aufkommt, jedes Thema ist ein Nährboden und hat das Recht zu gedeihen. Statt Zwang und Pflicht setzen wir auf gegenseitiges Vertrauen.
Beitragsschnitt
Die Foren, die darauf bauen um mehr „Miteinander“ zu kultivieren sind wie ein Geisterhaus. Die Mitglieder schreiben weil sie schreiben müssen und das ist die reinste Phrasenschlacht. „Danke! Ich schau es mir in einer ruhigen Minute mal richtig an!“ hallt es da durch die kalten Gänge. Und wieder, es wird versucht etwas herbeizuzwingen, was von allein nicht so recht entstehen will. — Lux kümmern keine großen Benutzerzahlen und es spielt überhaupt keine Rolle wieviele Beiträge am Tag reinkommen. Lieber die Leute sind draußen aktiv und wenn sie eine freie Minute haben kommen sie und teilen ihre Erfahrungen mit.
Offen für alle
Eine persönliche Athmosphäre wird einfach nicht aufkommen, wenn du Leute ohne Hinsicht auf die Gemeinde hineinlässt. Es bricht einfach das Miteinander weg, der gegenseitige Respekt. Stell dir vor du packst Kleinkinder, Vorschüler, Gymnasiasten und Studenten zusammen. Das wird eine Mordssause, aber es kommt einfach nichts zustande. Man erlebt es eigentlich jeden Tag, einer stellt eine ernst gemeinte Frage „Wie geht dieses und jedes“ und jeder fühlt sich berufen, Antwort zu geben. Am Ende haun sie sich virtuell tot weil es keine Übereinkunft gibt. In jedem großen Fotoforum hast du ein paar kreative Köpfe, und dann hast du Techniker, Markenfetischisten, Analysten, Couchpotatoes mit Objektivsammlung in der Vitrine, etc., wie willst du die friedlich zusammenbringen? Du brauchst garnicht erst drüber nachzudenken, es geht einfach nicht, und deshalb baust du auf Regel und Zwang, die Mods schwingen die Keule und die Verwarnpunkte prasseln. Das ist das gleiche wenn du eine Metropole in der jegliche Zwischenmenschlichkeit weggebrochen ist mit einem Dorf vergleichst. In einem kleinen Dorf kennt man sich, man ist befreundet, man hilft einander, etc. — Lux sortiert nun aus. Ja, das klingt hart, aber wir tun es aus gutem Grund. Jeder der schon einmal in Habakuks Forum war oder bei Twys weiß wie groß der Unterschied ist.
Zu eurem Forenkonzept gehört auch, dass eine Jury über die Aufnahme von neuen Mitgliedern im Forum entscheidet. Manch einer würde das als elitäres Gehabe bezeichnen – was antwortest du auf solche Vorwürfe?
Garnichts mehr. Ich habs versucht und ich gebe auf. Sorry aber wer den Sinn einer solchen Maßnahme nicht sieht und rennt im Leben von Schicht zu Schicht, von Kaste zu Kaste, von Stufe zu Stufe, von Position zu Position, von Clique zu Clique, von Interessengemeinschaft zu Interessengemeinschaft — der soll halt den Elite-Hammer schwingen aber ehrlich gesagt mir ist’s gleich. Jedesmal wenn dieses Thema aufkommt und du versuchst dich irgendwie zu rechtfertigen, bricht ein Donnerwetter los und mir tut es jetzt schon leid für die Drohschreiben die ihr bald im Briefkasten habt : D
Man darf also auch Geheimnisse haben? Widerspricht das nicht dem Grundgedanken eines „demokratischen“ Internets, wo jeder jedem hilft?
Ich hatte es schon geschrieben, ich glaube nicht, dass Zwang irgendjemandem hilft. Egal in welch schöne Worte du’s stopfst. Du zwingst dann wenn die Dinge nicht von selbst entstehen und genau darin liegt ja das Problem. Wenn du es schaffst, die Umstände so zu kultivieren, dass etwas natürlich wachsen kann, nenn es Freundschaft, nenn es Respekt, nenn es wie du willst, dann musst du dir über harte Maßnahmen keine Gedanken mehr machen denn alles läuft und reguliert von selbst. Wer helfen möchte der hilft und irgendwann weicht auch der härteste Klotz auf und gibt, nachdem er soviel genommen hat. Zumal „Hilfe“ ein sehr schwammiger Begriff ist. Ich weiss ja, viele verstehen darunter PSD’s frei Haus, alles auf dem Silbertablett serviert, eine DVD für jeden Humbug. Hilfe kann aber auch sein: Inpiration, ein gutes Bild, ein netter Wink in die richtige Richtung, Ansporn, etc. Warum will ich zB. einen professionellen Fotografen, der seine Familie mit dem Wissen ernährt, das niemand hat außer er, nötigen, etwas auf Biegen und Brechen preiszugeben? Und lernst du am Ende wirklich wenn du keine eigene Anstrengung unternehmen musstest? Die Frage muss man sich stellen, denke ich. Und wenn du mich fragst, ich glaube nicht. Setz dich mal eine Woche lang hin und versuch einen Stil selbst zu knacken mit allen Techniken und Mitteln, die dir zur Verfügung stehen, das macht einen gewaltigen Unterschied als wenn du „Wissen“ mit dem Breiflöffel reingeschoben bekommst. Dieser Workshop-Charakter wird im Lux auch aktiv unterstützt. Da werden echte Fotos geschossen, man achtet auf das Ausgangsmaterial, da wird Licht gesetzt, die RAW’s werden allen bereitgestellt, man zeigt seine Ergebnisse, teilt seine Erfahrungen (ja, und auch PSD’s wenn’s sein muss) und der nächste baut drauf auf. Stück für Stück kommen so zum Teil verblüffende Ergebnisse zutage und jeder nimmt etwas dabei mit. Ich kenne bis heute keinen Ort, an dem Informationen so frei und locker fließen wie im Lux.
Wie stehst du zu Kritik und gibt es bei Lux & Laune wirklich konstruktive Bildbesprechungen?
Zwiespältig. Wir haben zwei Galerien, eine offene und den Bereich Work-In-Progress. Im besten Fall wird in der offenen nicht kritisiert sondern inspiriert und das ist ein gewaltiger Unterschied. Wenn du in eine echte Ausstellung gehst, dann ist das immer ein Grund zum Feiern und da kommt einfach niemand und pinselt auf den Bildern rot an oder spricht herabwürdigend als wüsste er alles besser. Ich finde es wichtig, dass so ein Bereich in einem Fotoforum existiert. Ich will nicht hundert olle Bilder wegklicken bis ich eines sehe das mir gefällt, ich will bewundern und staunen. In die andere Galerie kommen die unfertigeren Sachen, die trotzdem oft recht gut sind. Dort kann dann nach Herzenslust zerpflückt werden, da wird an den RAW’s rumgemacht, da werden neue Wege in der Bearbeitung besprochen, etc. Solange die Fairness da ist sich auch einmal Schwächen einzugestehen macht das wirklich Spaß.
Wie lang gibt es euer Forum nun schon? Bist du mit der bisherigen Entwicklung zufrieden? Was waren bisher die größten Herausforderungen?
Seit ca. einem halben Jahr und ja, ich bin sehr zufrieden. Herausforderungen gab es einige, angefangen mit den technischen Aspekten. Ich bin zwar Programmierer aber C++ und Maschinensprache nützen einen Kericht, wenn du an Web-Applikationen rumtüftelst. Wir wollten kein stinknormales Forum aufziehen und haben von Anfang an über Verbesserungen gebrütet. So hat es viele Nettigkeiten, die alles irgendwie leichter machen. Zum Glück helfen immer ein paar Leute mit, so haben wir das meiste recht fix realisiert. Eine weitere Herausforderung war natürlich, an gute Leute zu kommen, aber das ging eigentlich recht gut. Die Idee und das Manifest klangen natürlich vielversprechend für viele. Die haben dann irgendwann angefangen ihre Freunde einzuladen und nach und nach wuchs eine kleine aber feine Gemeinde zusammen, die man ins Herz schließen kann. Zur Zeit suchen wir Mittel und Wege auf einen eigenen Server umzuziehen, weil uns das Shared-Hosting doch manchmal den Gar aus macht. Wir haben nun von manitu ein 100% Sponsoring für einen eigenen Root-Server bekommen und sind sehr sehr glücklich darüber. Wenn wir den Umzug hinter uns haben, sind viele Ideen in der Schublade, viele zukünftige Herausforderungen: RAW & PSD Pool, Webpage/Blog Hosting für unsere Mitglieder, ein eigener Posterdienst, ein Shop, eine Agentur die konkrete Aufträge an kleine Teams verteilt, etc. Wir sind da recht flexibel und gute Ideen kommen häufig auf.
Woher nimmst du die Motivation, viele Stunden Arbeit, Nerven und vermutlich auch Geld in ein Forum zu investieren? Welchen Nutzen ziehst du selbst daraus?
Ich seh‘ es nicht so wild. Ich habe zu dem Ort die gleiche Beziehung wie jeder andere auch, ich sehe es weder als mein Eigentum noch schreibe ich mir irgendeine hohe Position zu. Das gleiche gilt für Severin. Viele dort wissen nicht einmal, wer oder was dort überhaupt „leitet“ weil es a.) nicht unbedingt ersichtlich ist und b.) Leitung nicht nötig ist — ich hatte das Thema Selbstregulierung ja bereits angesprochen. Das wirklich Tolle ist, da ist viel Elan und Hilfsbereitschaft. Viele haben sich gemdeldet und helfen mit wo sie können, basteln am PHP, entwerfen Grafiken, verfassen Texte, kümmern sich um Sponsoren, stimmen über Neubewerber ab, etc. Da will ich einfach nicht von den paar Kröten sprechen die ich investiert habe, verstehst du was ich meine? Ich stehe dort im Kontakt zu vielen netten Menschen und darin besteht mein persönlicher Nutzen.
Welche Voraussetzungen sollte jemand mitbringen, der in eurem Forum aufgenommen werden möchte? Was wünscht ihr euch und was für Typen wollt ihr auf keinen Fall dabeihaben?
Der Ort ist ausschließlich kreativen und aktiven Köpfen vorbehalten. Natürlich wollen wir Bilder sehen und die müssen herausstechen. Papierrolle runter, Profoto angeknipst, Haarlicht auf 1/16 und technisch perfekte Bilder am Fließband, sorry aber nicht bei uns. Neben den Bildern zählt auch das Miteinander. Einmal im Monat ein Bild in die Galerie pfeffern ist einfach nicht cool. Wer auf eine persönliche(re) Komponente keine Lust hat der sucht sich eben einen anderen Platz. Grundsätzlich gibt es keine definitiven Konditionen oder Bedingungen — unsere Mitglieder stimmen nach Bauchgefühl ab und dann geht es eben gut aus oder nicht. Wir benutzen dabei einen Schnitt, den wir geheim halten und der sich auch hin und wieder ändert; am Anfang war es eher leicht hineinzukommen, zur Zeit ist es zugegeben extrem schwer. Wir versuchen eine ausgewogene Mischung zusammenzubekommen — wenn du ein paar wissbegierige Anfänger unter Erfahrenen hast kann das Impulse freisetzen von denen alle profitieren. Der Anfänger lernt im Nu dazu, weil er Tipps von Leuten bekommt, die weit über ihm sind und der Erfahrene, der vielleicht glaubt schon alles zu wissen, der fängt wieder an zu tüfteln wie früher einmal und auch er kommt weiter. Es wäre zu hart über „Ausschlußkriterien“ zu sprechen, wer genügend Selbstvertrauen hat und das Missionstatement versteht und unterstützt, der soll einfach sein Glück versuchen, kann ja nur in die Hose gehen. ;-)
Foren und Online-Communities sind gut und schön, aber es gibt ja auch noch ein Leben außerhalb des Internets (so wird zumindest gemunkelt). In welchem Verhältnis stehen bei dir Online– und Offline-Aktivitäten, gerade auch hinsichtlich Networking mit anderen Fotografen und Bildbearbeitern?
Ich genieße es, mit anderen rauszugehen und durch das alles ist es natürlich leichter geworden. Es kommt jetzt öfters vor, dass man sich trifft und Projekte zusammen aufzieht oder einfach nur mit der Kamera rausgeht. Bei Facebook haben wir eine eine Gruppe und da legt man schnell eine Nachricht ab „hey, hat jemand Lust in die Ausstellung XY zugehen“ oder „Die Sonne scheint, Architektursession in drei Stunden?“ Viele benutzen auch Skype, was den Kontakt extrem erleichtert. Im Lux selbst gibt es ein Forum für gemeinsame Projekte, die Idee dazu kam vom Stilpiraten Steffen Böttcher. Das ist noch recht klein, aber der Geist dahinter ist, dass man etwas zu konkreten Projekten beisteuert: Ideen, Assistenz, Equipment, Modelle, Requisiten, Bretzel und Bier, etc. Schauen wir, wie sich das noch entwickelt.
Zu deinen fotografischen Arbeiten: Seit wann fotografierst du? Welchen Stellenwert nimmt die Fotografie in deinem Leben ein?
Seit ungefär Anfang 2009, zwei Jahre und ein halbes circa. In der Einleitung hatte ich schon erwähnt, dass ich mir keinen Druck gebe. Ich habe aus irgendeinem Grund das Glück, einen guten Beruf zu haben und da drängt es mich nicht sehr, Optionen zu erwägen. Wenn ich durch die Gegend stöbere und Ausschau halte nach guten Möglichkeiten, dann fühlt sich das einfach gut an. Ich mag es, wie ruhig alles um mich herum wird, wenn ich durch den Sucher schaue. Fotografie hat somit einen großen Stellenwert in meinem Leben und die Bildbearbeitung natürlich auch, denn diesen Aspekt würde ich einfach nicht missen wollen. Fotografie und Bilbearbeitung gehen für mich Hand in Hand.
Deine Bilder sind teilweise recht stark bearbeitet. Würdest du ein Bild wie das aus dem Deutsche Historischen Museum (s. oben, links) noch als „Fotografie“ bezeichnen? Wo ist hier für dich die Grenze? Gibt es überhaupt eine?
Ach mich kümmern Bezeichnungen und Begrifflichtkeiten nicht so. Die Leute sind auch irgendwo Phrasendrescher, dieses „nur echt wenn—“ hörst du ja öfter und in allen möglichen Belangen. Ich mache viele verschiedene Dinge, von knallbunt-kitschig bis unangetastet-roh, ich könnte mir zumindest nicht vorstellen, mich an etwas Bestimmtes ketten zu müssen. Photoshop macht einfach nur Spaß wenn du damit einigermaßen souverän umgehen kannst, aber ich versuche dabei die Fotografie nicht aus den Augen zu lassen und suche auch nach Mitteln und Wegen, um zu den Grundlagen zurückzufinden. Der Umgang mit dem Licht hat mir zB. geholfen neue Wege zu gehen und lustigerweise wirkt es sich auch auf meine Bildbearbeitung aus.
Ganz spontan: 3 Fotografen die dich inspirieren oder die du bewunderst?
Papke, Möhle, *. Das muss jetzt echt blöd klingen, weil die beiden im Lux sind aber ich sehe die Dinge pragmatisch und kenne mich sonst nicht wirklich aus. Mich inspiriert sicher vieles aber es wäre jetzt irgendwie daneben, Namen hinzuklatschen und ich habe vielleicht ein, zwei Bilder im Internet bewundert. Die beiden spreche ich hin und wieder, verfolge mit Begeisterung jedes neue Bild und natürlich hatten und haben die einen Einfluss. Ohne Andreas‘ Ansporn wäre das Unterfangen Fotografie und Bildbearbeitung nur ein sehr kurzlebiges Hobby geworden, wegen Luisa geh ich auch mal ohne Blitze vor die Türe. Den dritten Platz nehme ich als Platzhalter, da es etliche Leute gibt. Ich habe es probiert, aber in meinem Kopf kommt einfach kein klarer Dritter auf, da kommen viele Eindrücke — zu vernebelt, um einen über die anderen zu stellen.
Welche Bedeutung hat deiner Meinung nach die technische Ausrüstung? Man sagt zwar immer, nicht die Kamera mache das Bild, sondern der Fotograf – trotzdem sind viele Bilder ohne entsprechende Ausrüstung schlichtweg nicht umsetzbar. Wie stehst du zu diesem Thema, welchen Teil deiner Ausrüstung hältst du für (un)verzichtbar?
Ach ich benutze eben was ich habe und wenn mir etwas fehlt, dann finde ich Wege drumherum. Ich kann mit dem ganzen „geht nicht, will nicht, soll nicht, wird nicht, kann nicht, etc.“ dass du in den Foren tagtäglich hörst, nicht so viel anfangen. Ich habe HDR’s aus der Hand geschossen, ich habe Panoramen ohne Nodalpunktadapter gemacht, Polfilter digital imitiert (DIE Todsünde :D ), ich habe mit kleinen Blitzen Studiolicht emuliert, bald werde ich wohl ein Rigshot ohne Rig machen, etc. Unverzichtbar … es wäre jetzt irgendwie hohl zu sagen „Kamera,“ ich meine ich will keinen Hehl draus machen, Equipment ist wichtig und nötig — aber wichtiger noch ist für mich, dass eine Idee vorhanden ist, der Rest ist optional.
Paul, vielen Dank für deine offenen Antworten! Weiterhin viel Erfolg mit dem Lux und natürlich auch beim Fotografieren!
Ich habe zu danken – bis dann! :)
Weitere Bilder findet ihr in Pauls Foto-Portfolio.
Wie steht ihr zu Pauls Haltung zu Online-Communities? Könnt ihr seine Meinung nachvollziehen? Wie beurteilt ihr seine Arbeiten? Statements dazu gerne in den Kommentaren!




























5 Kommentare
12. April 2011 11:06
Elmar @ElmarWeissCom
Tolle Bilder, für mich manchmal zu sehr bearbeitet, aber die Bilder gefallen mir trotzdem sehr.
Wie immer gibt es Pro und Cons und ich glaube, die Selektion der Mitglieder hat auch nicht nur Vorteile, wie die anderen Systeme auch nicht. Aber jede Einschränkung — in welcher Form auch immer — hat seine Berechtigung und bringt einen Blumenstrauß an unterschiedlichen Foren und Gemeinschaften mit. Ich finde das toll.
Lux und Laune bietet halt mehr was für Fortgeschrittene, die Anzahl der Beiträge ist nicht sonderlich hoch, aber hochwertig. Anfänger und Leute mit mittlerem Wissen bekommen woanders ihren Input und werden somit auch auf dem Forenmarkt bedient. Für Markenfetischisten gibt es auch spezielle Foren — ergo gibt es für jeden etwas und Lux und Laune hat imho eine Marktlücke erkannt und geschlossen.
Also ich finde Lux und Laune gut, die Themen dort sehr ansprechend und hochwertig. Also weiter so, der Start ist mehr als geglückt, jetzt heisst es da weiterzumachen.
12. April 2011 12:59
Stefan
Paul ist und bleibt einfach der coolste! :D Das kommt alles so symphatisch und ehrlich rüber und ich bin echt froh, dass er den Lux ins Leben gerufen hat :) Er hat mir schon so oft mit Rat zur Seite gestanden und ist sich nie für einen Tipp zu schade. Jeder im Lux ist froh darüber.
Danke Paul
12. April 2011 13:42
Torsten Stolze @TorstenStolze
Wow, ich weiß gar nicht was ich sagen soll…
Ich kenne das Forum zwar schon eine Weile aber die Worte und Erklärungen hier sind wirklich super. Ich habe mich schon öfter gefragt, ob es einen Ort bzw. ein Forum gibt, bei dem es nicht immer sofort ab dem zweiten Posting um das typische „Canon vs. Nikon“ geht.
Danke für diese Einblicke!
Vielleicht sollte ich mich demnächst auch einfach mal bewerben. ;-)
LG
Torsten
12. April 2011 20:34
Luisa @87blog
Schön geschrieben, da bekomm ich glatt Lust, mal wieder bei den Luxen vorbei zu schauen. ;)
(Und danke für die Blumen. *knicks*)
18. April 2011 18:10
Christian @87blog
Professionell, seine Bilder – aber definitiv Geschmackssache. Für meinen sind sie (viel) zu sehr bearbeitet, sie wirken manchmal fast wie aus der Rendering Engine von Crytek. Bei manchem Bild habe ich mich echt gefragt, ob es „echt“ ist.
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