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Die Rezension: Icon-, Interface- und Bannerdesign in Photoshop

01 Jan 2011, Geschrieben von Rene Haas in Rezension, 0 Kommentare

Die Rezension: Icon-, Interface- und Bannerdesign in Photoshop


Wenn wir an Pho­to­shop den­ken, so den­ken die meis­ten sicher zuerst an Beau­ty­re­tu­schen oder Com­po­sings, aber wer denkt schon an so etwas „sim­ples“ wie die Gestal­tung von Icons oder gan­zer Inter­face­ober­flä­chen? Armin Böt­tig­hei­mer gibt im sei­nen Buch „Icon– Inter­face– und Ban­ner­de­sign“ einen Ein­blick hin­ter die Main­stream­ku­lisse die­ses mäch­ti­gen Pro­gramms und möchte vor allem Ein­stei­gern den Weg in die­ses Feld der Gestal­tung wei­sen. Bevor wir uns den Inhal­ten des Buches wid­men, haben wir für euch noch ein Inter­view mit dem Autor auf die Beine gestellt, in dem er sich und sein Erst­lings­werk vorstellt.

Das Inter­view


Hi Armin, danke dass du dir die Zeit für die­ses Inter­view genom­men hast. Ein paar Worte zu dei­ner Per­son bitte :) Wer bist du, was machst du, wo kommst du her?
„Mein Name ist Armin Böt­tig­hei­mer, ich bin gelern­ter Medi­en­ge­stal­ter Digital/Print in der Fach­rich­tung Print und komme aus Leon­berg in der nähe von Stutt­gart. Ich bin neben­bei auch noch seit 2006 als Blog­ger tätig — auf mei­nem eige­nen Blog, wie auch für andere Unter­neh­men. Tja und neben eini­gen Din­gen mehr, bin ich nun seit kur­zem auch als Autor unterwegs.“

Das Buch „Icon-, Inter­face– und Ban­ner­de­sign in Pho­to­shop — Pra­xis­hilfe für Ein­stei­ger“ ist dein Erst­lings­werk, wie fühlt man sich als frisch­ge­ba­cke­ner Autor?
Wie fühlt man sich da eigent­lich. Muss ich mal über­le­gen — eigent­lich nicht anders als vor­her auch. Aber ich muss zuge­ben, dass es schon toll ist, wenn man so ein Pro­jekt durch­ge­zo­gen hat. Also schlech­ter fühlt man sich auf jeden Fall nicht.

Für alle, die selbst mit dem Gedan­ken spie­len, ein Buch zu schrei­ben: Was wür­dest du ihnen emp­feh­len, wie sie an das Pro­jekt her­an­ge­hen soll­ten? Wie tritt man an einen Ver­lag heran, was sind die größ­ten Stol­per­steine auf dem Weg zum ver­öf­fent­lich­ten Buch?
„Ein gutes Kon­zept, also einen guten Fahr­plan für das ganze Pro­jekt zu haben, ist mit das Wich­tigste. Plant sorg­fäll­tig, macht Euch lie­ber noch ein paar Gedan­ken mehr, wenn es um Ter­min­pla­nun­gen oder Inhalt geht. Es zahlt sich am Ende aus. Auf jeden Fall. Ein nicht zu unter­schät­zen­der Punkt ist, dass man eine Lek­to­rin oder einen Lek­tor an der Seite hat, die zusam­men mit Euch wei­ter am Pro­jekt fei­len und immer auch mal da sind, wenn es wie­der so gar nicht klap­pen will. Das nimmt schon sehr viel Druck raus. An die­ser Stelle gleich noch mal einen lie­ben Gruß an meine Lek­to­rin!
An einen Ver­lag her­an­zu­tre­ten ist eigent­lich nicht beson­ders schwer. Schaut ein­fach auf den Ver­lags­sei­ten nach. Dort gibt es eigent­lich immer die Mög­lich­keit sich und seine Idee vor­zu­stel­len. Ansons­ten gibt es immer auch die Mög­lich­keit mal auf Ver­an­stal­tun­gen die Leute an den Ver­lags­stän­den anzu­quat­schen — ein­fach mal wagen, aller­dings schon mit einem Kon­zept im Kopf. Das ist auch mei­ner Mei­nung nach der größte Stol­per­stein. Nur ein Buch machen wol­len reicht nicht aus — man muss sich schon gut was über­le­gen, damit es im Ver­lag auch Gefal­len findet.“

Was waren die stre­sigs­ten, schöns­ten und depri­mie­rends­ten Pha­sen beim Schrei­ben?
„Also die schönste Phase beim schrei­ben war eigent­lich immer das Ende eines Kapi­tels. Wenn man da die letzte Seite geschrie­ben hat, das Kapi­tel voll­stän­dig ist und ein wei­te­rer Teil des Buches Gestalt annimmt. Stres­sigste Phase? Da müsste ich sagen, dass es die letz­ten Wochen mit den gan­zen kurz­fris­ti­gen Kor­rek­tu­ren und dem star­ken Ter­min­druck waren. Da muss alles sit­zen und es ist wenig Luft für Feh­ler. Depri­mie­rend waren dann immer die Tage an denen so gar nichts lief und man einen Work­shop dann auch gerne drei­mal geschrie­ben hat.“

Hat­test du Pha­sen, in denen du ein­fach alles hin­schmei­ßen woll­test?
„Ja schon. Meis­tens eben dann, wenn alles zusam­men kam. Zeit­druck und gerne dann auch Hard­ware­pro­bleme. Da wird die Luft schon schnell sehr dünn manchmal.“

Wie zufrie­den bist du im Nach­hin­ein mit dem fer­ti­gen Buch? Gibt es Dinge, die du heute anders lösen wür­dest?
„Es gibt immer Dinge, die man im Nach­hin­ein anders machen würde. Gerade weil man jetzt ganz andere Erfah­rungs­werte hat. Mit dem Buch an sich bin ich aber sehr zufrie­den. Es ist ein schö­nes Erst­lings­werk geworden.“

Bücher über das Thema Bild­be­ar­bei­tung mit Pho­to­shop gibt es wie Sand am Meer, wie bist du auf die Idee gekom­men, ein wei­te­res zu schrei­ben — und warum zum Thema Icon­de­sign? Hast du dir das Thema selbst aus­ge­dacht oder wurde es an dich her­an­ge­tra­gen?
„Die Idee zu dem Buch kam kom­plett von mir. Mir fiel irgend­wann auf, dass es genau in die­sem Bereich eigent­lich noch gar kein spe­zi­el­les Buch gab. Das und der Wunsch ein­mal ein schö­nes Workshop-basiertes Buch zu erstel­len, gaben dann den letz­ten Impuls dazu.“

An wel­che Ziel­gruppe rich­tet sich dein Buch? Wel­ches Vor­wis­sen sollte man ggf mit­brin­gen und wer sollte sich das Buch lie­ber nicht kau­fen?
„Das Buch rich­tet sich an inter­es­sierte Pho­to­shoper, Medi­en­ge­stal­ter und Gra­fi­ker, die sich in den Bereich des Icon­de­sign mit Pho­to­shop ein­ar­bei­ten wol­len. Grund­sätz­li­che Kennt­nisse von Pho­to­shop soll­ten schon vor­han­den sein, aller­dings ist das wirk­lich wich­tigste immer die Lust aus­zu­pro­bie­ren und zu gestal­ten. Das Buch ist auch gespickt mit aller­hand nütz­li­cher Tipps und Tricks, die das all­ge­meine Arbei­ten mit Adobe Pho­to­shop ver­bes­sern und die eige­nen Arbeits­ab­läufe um eini­ges beschleu­ni­gen. Wer hier eine Pho­to­shop Bibel erwar­tet, die alle Spar­ten des Icon­de­signs abdeckt, der ist hier Falsch. Ich will Lust machen auf das Gestal­ten von eige­nen Icons und in nach­voll­zieh­ba­ren Schrit­ten den Leser zu sehens­wer­ten Ergeb­nis­sen füh­ren. Für Fort­ge­schrit­tene Anwen­der gibt es viel­leicht mal ein eige­nes Buch — who knows?“

Wel­chen Stel­len­wert hat das Medium (Lehr-)Buch dei­ner Mei­nung nach heute noch in unse­rer digi­ta­li­sier­ten Welt? Wo siehst du seine Stär­ken?
„Ein Buch ist ein­fach ein Buch. Für mich ist es noch immer deut­lich ange­neh­mer mit einem Buch zu arbei­ten, als mit ande­ren Medien. Da gehen die Mei­nun­gen natür­lich stark aus­ein­an­der. Für mich jeden­falls hat ein Buch eine ent­schei­den­den Vor­teil — hier kann ich unkom­pli­ziert das Tempo vor­ge­ben und „off­line“ arbei­ten. Kein Strom bzw. Akku not­wen­dig, keine Work­sta­tion, kein Bild­schirm. Die schlichte Infor­ma­tion in mei­nen Hän­den. Das gefällt mir.“


Die Rezension

Du, Ich und das Icon

So wit­zig diese Über­schrift auch klin­gen mag, genau die­ses Gefühl über­mit­telt die­ses Buch dem Leser. Armin ver­steht sich in sei­nem Erst­lings­werk nicht als all­wis­sen­der Didakt, der den Leser mit mög­lichst viel unnö­ti­gem Wis­sen voll­stop­fen möchte, son­dern eher als der nette Gra­fi­ker von nebenan. Genau diese Schreib­weise ist es, die die­ses Buch vor­al­lem für Ein­stei­ger in die The­ma­tik emp­feh­lens­wert macht. Natür­lich kommt man in einem Ein­stei­ger­buch nicht gänz­lich um eine theo­re­ti­sche Erklä­rung herum, doch wurde das ganze hier gekonnt ver­packt und bleibt somit kurz und ver­ständ­lich – auch für den eher pra­xis­ori­en­tier­ten Ein­stei­ger, der lie­ber gestal­tet als sich mit Zah­len und Fak­ten aus­ein­an­der zu setzen.

Tipps, Tricks und mehr davon

So wie der Leser die­ses Buch auf­schlägt fin­det er hilf­rei­che Anmer­kun­gen in Form von mensch­li­chen Icons, die einen gerne wie­der an essen­ti­ell wich­tige Grund­la­gen erin­nern, wel­che man gerne mal in der Hitze der Gestal­tung ver­gisst. Das schöne dabei, trotz ihrers häu­fi­gen Auf­tre­tens, wir­ken diese Kurz­in­fos nicht stö­rend son­dern ergän­zend und geben einem hin und wie­der das bekannte Aha-Gefühl. Diese Tipps beschrän­ken sich aber nicht nur auf den gestal­te­ri­schen Teil des Buches, son­dern man fin­det sie in Form von far­big hin­ter­leg­ten Text­bo­xen auch im theo­re­ti­schen Teil des Buches und geben einem z.B. Tipps zur schnel­le­ren Bedie­nung der Benut­zer­ober­flä­che oder bei even­tu­ell auf­tre­ten­den Pro­ble­men. Sehr nett gemacht wie wir fin­den – das gibt Pluspunkte.

Ebe­nen­ef­fekte – Ich weiß bescheid!

Selbst wer beruf­lich nichts mit Icon-, Inter­face– oder Ban­ner­de­sign zu tun hat, wird aus die­sem Buch noch ler­nen kön­nen. So ist es ein wah­res Kom­pen­dium der Ebe­nen­ef­fekte von Adobe Pho­to­shop. Ein sehr mäch­ti­ges Tool, wel­ches in ande­ren Publi­ka­tio­nen jedoch oft nur stief­müt­ter­lich behan­delt wird. Wer die­ses Buch ein­mal durch­ge­ar­bei­tet hat, wird defi­ni­tiv wis­sen, wie man „Schlag­schat­ten“, „Schein nach außen“ und „Kon­tur“ rich­tig (und gerne auch alter­na­tiv zu ihrem eigent­li­chen Ver­wen­dungs­zweck) gebraucht.

Nicht „zu viel“ erwarten

Die­ses Werk ver­steht sich als Buch für Ein­stei­ger, Men­schen also, die erst begin­nen, sich in die The­ma­tik der drei Kate­go­rien (Icon-, Inte­face– und Ban­ner­de­sign) ein­zu­ar­bei­ten. Jedes die­ser Fel­der könnte an und für sich schon ein gan­zes Buch fül­len und eine aus­führ­li­che Behand­lung würde den Rah­men eines ein­zi­gen Buches bei wei­tem sprengen.

Etwas ver­wun­der­lich mutet nach der Lek­türe auch das Cover an, auf wel­chem jede Menge plas­ti­sche Icons pran­gen, wel­che aller­dings gar nicht im Buch behan­delt wer­den. Sicher­lich ist es mög­lich, das eine odere andere der abge­bil­de­ten Icons mit dem neu erwor­be­nen Wis­sen selbst zu erstel­len, jedoch hätte man auf Ver­le­ger­seite bei der Cover­ge­stal­tung lie­ber auf die Werke kon­zen­trie­ren sol­len, deren Erstel­lung man auch expli­zit in den Work­shops lernt. Sieht schön aus, trübt aber etwas den 2. Ein­druck des Buches – nicht weil der Inhalt schlech­ter, son­dern schlicht weni­ger ist, als das, was so viel­ver­spre­chend auf dem Cover prangt. Wer vor dem Kauf jedoch einen Blick aufs Inhalts­ver­zeich­nis wirft und sich nicht allein auf den „Ser­vier­vor­schlag“ auf dem Cover ver­lässt, der ver­mei­det die poten­ti­elle Enttäuschung.

Die klei­nen Dinge

Heut­zu­tage ist es sicher­lich nichts beson­de­res mehr, wenn einem Buch eine CD oder DVD bei­liegt, den­noch fin­den wir es an die­ser Stelle erwäh­nen­wert. So fin­den sich auf der bei­lie­gen­den DVD die Test­ver­sio­nen von Pho­to­shop CS5 für PC & MAC, sowie jede Menge Brus­hes, Roh­da­ten & Co. Was noch ein sehr net­tes Fea­ture des Buches ist, wenn auch nicht inhalt­lich son­dern gestal­te­risch, ist die Art und Weise der Bin­dung. So kennt jeder das Pro­blem, das einem Buch­sei­ten stets wie­der zurück­fal­len, sobald man das Buch auf dem Tisch ablegt. Genau dies wird hier durch die Bin­dung ver­hin­dert, was das Lesen sehr ange­nehm gestal­tet. Wort­wört­lich „abge­run­det“ wird das ganze durch die abge­run­de­ten Ecken des Buches, wel­che sich sehr bequem Blät­tern las­sen und die Bil­dung von Esels­oh­ren weit­ge­hend ver­hin­dern. Die bei­den letz­ten Fak­to­ren sind zwar keine Neu­ig­keit beim Ver­lag Addi­son Wes­ley, doch wären wir nicht Sie­ben und Acht­zig, wenn wir sol­che Details uner­wähnt ließen.

Fazit

Alles in allem kann man das Buch wirk­lich wärms­tens emp­feh­len und auch uns, als Nicht-Anfänger, konnte Armin noch den ein oder ande­ren Kniff bei­brin­gen. Dazu kommt die natürlich-sympatische Schreib­weise, die das Lesen und vor allem das Ver­ste­hen der Inhalte wesent­lich erleich­tert. Wie oben schon erwähnt, lohnt sich ein vor­he­ri­ger Blick ins Buch, um nicht vom opu­len­ten Cover getäuscht zu wer­den, doch abge­se­hen von sol­chen Klei­nig­kei­ten ist Armin Böt­tig­hei­mer hier ein voll und ganz gelun­ge­nes Erst­lings­werk gelun­gen, das wir jedem ans Herz legen kön­nen, der Pho­to­shop ein­mal abseits der aus­ge­tre­te­nen Retu­sche– und Com­po­sing­pfade ver­wen­den will.

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