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Mediengestalter - Dein Traumberuf?!

26 Jul 2010, Geschrieben von Rene Haas in Job,Meinung, 9 Kommentare

Mediengestalter - Dein Traumberuf?!


Der Medi­en­ge­stal­ter – ein Berufs­bild, das heut­zu­tage immer mehr Leute anstre­ben und wel­ches in den ver­gan­ge­nen Jah­ren immer mehr in Mode gekom­men ist. Die offi­zi­elle Berufs­be­schrei­bung des drei Jäh­ri­gen Aus­bil­dungs­be­ru­fes klingt dem­ent­spre­chend auch sehr rosig und ver­lo­ckend. So unter­teilt sich der Beruf des Medi­en­de­si­gners zunächst in zwei Haupt­zweige. Der eine (Digi­tal & Print) rich­tet sich an alle, die für das Web, Maga­zine, Zeit­schrif­ten und ähnli­ches arbei­ten wol­len, wohin­ge­gen „Bild & Ton“ sich, wie der Name es bereits ver­mu­ten lässt, an die­je­ni­gen wen­det, die spä­ter mal im Radio oder gar beim Fern­se­hen arbei­ten möch­ten. Da ich selbst aus dem Print­be­reich komme, werde ich mich auch dar­auf beschränken.

Mit Medi­en­ge­stal­ter Digi­tal & Print, so die offi­zi­elle Berufs­be­zeich­nung, ist es aber noch nicht getan. Die­ser Zweig teilt sich noch­mals in drei Fach­rich­tun­gen die da wären:
• Kon­zep­tion & Visua­li­sie­rung
• Gestal­tung & Tech­nik
• Bera­tung & Planung

Ich möchte nun auch nicht wei­ter auf die ein­zel­nen Fach­rich­tun­gen ein­ge­hen, wer sich wei­ter dar­über infor­mie­ren möchte darf ruhig seine Fra­gen in die Kom­men­tare schrei­ben, mich per­sön­lich kon­tak­tie­ren oder kann sich auf der Seite der ZFA Medien selbst über die Spe­zi­fi­ka­tio­nen infor­mie­ren. Warum ich nun nicht wei­ter dar­auf ein­ge­hen werde wird im Laufe des Arti­kels noch klar.

Die Ausbildung

Zu Beginn steht, wie so oft im Berufs­le­ben, die Berufs­aus­bil­dung. Bei den meis­ten Beru­fen wird man mir zustim­men, dass man wenig bis kein Vor­wis­sen mit­brin­gen muss, um die­sen Beruf erfolg­reich aus­zu­füh­ren. So musste ein Bekann­ter von mir nicht erst in sei­ner Jugend Moto­ren aus­ein­an­der neh­men, weil die Berufs­aus­bil­dung dazu ein­fach nicht aus­ge­reicht hätte, ihm das nötige Wis­sen zu ver­mit­teln. Auch der Bank­kauf­mann braucht sich vor­her nicht mit sei­nem Beruf zu beschäf­ti­gen und bekommt das alles sehr gut in sei­ner Aus­bil­dung beige­bracht. Der Medi­en­ge­stal­ter nimmt hier, mei­ner Mei­nung nach, eine Son­der­po­si­tion ein. So ist der heu­tige Medi­en­ge­stal­ter ein zusam­men­ge­leg­ter Beruf aus ehe­ma­lig 4 Ein­zel­be­ru­fen wie dem Schrift­set­zer, Druck­vor­la­gen­her­stel­ler, Repro­graf und dem Wer­be­vor­la­gen­her­stel­ler. All diese Berufe waren frü­her eigen­stän­dige Aus­bil­dungs­be­rufe mit einer Aus­bil­dungs­dauer von 3 Jah­ren. Der auf­merk­same Leser wird fest­ge­stellt haben das dort was nicht stim­men kann. Man hat einen Beruf erschaf­fen, der vier Berufe beinhal­tet und doch nur 3 Aus­bil­dungs­jahre hat. Diese Zeit reicht bei wei­tem nicht, um das gesamte Wis­sen, wel­ches man in die­sem Beruf braucht, zu ver­mit­teln. Schon zu Beginn mei­ner Lehre wurde uns gesagt, dass wir uns 75% des Stof­fes selbst bei­brin­gen müss­ten. Arbei­ten gehen, Berufs­schule meis­tern und dann noch das Drei­fa­che zu Hause selbst ler­nen ist dort die Devise. Genau aus die­sen Grün­den sind Vor­kennt­nise im Bereich Gestal­tung in die­sem Beruf so wich­tig. Wer sich nicht schon vor­her inten­siv damit beschäf­tigt hat, der wird auch nie ein guter Medi­en­ge­stal­ter — so meine per­sön­li­che Meinung.

Die Ver­gü­tung

Ein nicht zu unter­schät­zen­der Fak­tor ist die Aus­bil­dungs­ver­gü­tung. So lag die offi­zi­elle Aus­bil­dungs­ver­gü­tung im Jahre 2004 bei 748 Euro. Ein Wert, über den ich mich sehr gefreut hätte, denn die­ser Wert kommt stark auf den Aus­bil­dungs­be­trieb an und kann dem­zu­folge stark schwan­ken. So bekam ich im ers­ten Aus­bil­dungs­jahr nur eine Net­to­ver­gü­tung von 446 Euro. Eine Dif­fe­renz von mehr als 300 Euro. Ich kenne aber auch das genaue Gegen­teil, so ver­die­nen man­che bis zu 600 Euro im Monat — was jedoch immer noch weit ent­fernt vom dama­li­gen Durch­schnitt liegt. Viele Medi­en­ge­stal­ter, vor allem aus den unte­ren Ver­gü­tungs­seg­men­ten lockt natür­lich der Geschmack des Gel­des und sie wol­len, neben der Aus­bil­dung, von zu Hause aus noch frei arbei­ten. Immer­hin sind viele zu Hause bes­ser aus­ge­stat­tet als an ihren Arbeits­plät­zen. Die­ses sollte man aber tun­lichst unter­las­sen bzw. den Chef um Erlaub­nis fra­gen und diese Erlaub­nis sollte schrift­lich mit Unter­schrift des Geschäfts­in­ha­bers und dem Unter­neh­mens­s­tem­pel vor­lie­gen, da diese Art des Neben­er­werbs laut Aus­bil­dungs­ver­ord­nung nicht erlaubt ist. Wenn soet­was ans Licht kommt, kann der Betrieb eine Frist­lose Kün­di­gung aussprechen.

Der Aus­bil­dungs­be­trieb

Beim Bank­kauf­mann ist es die Bank, beim Mecha­tro­ni­ker die Werk­statt und beim Fri­sör ist es der Fri­sör­sa­lon. Wie schön wäre es, wenn das auch für den Medi­en­ge­stal­ter zutref­fen würde — tut es aber nicht. Die Liste der Aus­bil­dungs­be­triebe ist lang und reicht vom Copy­shop an der Ecke über Zei­tungs­ver­lage bis hin zu rie­si­gen Wer­be­agen­tu­ren mit eige­ner Aus­bil­dungs­ab­tei­lung. Genauso viel­fäl­tig wie die aus­bil­den­den Betriebe sind auch die Auf­ga­ben, die man dort zu erle­di­gen hat. So wird man in einem Copy­shop die meis­ten Zeit damit beschäf­tigt sein, uner­fah­rene Kun­den zu bera­ten (meis­tens lei­der erfolg­los) und Visi­ten­kar­ten zu erstel­len. In einer Dru­cke­rei hin­ge­gen darf man sich even­tu­ell den gan­zen Tag mit Nut­zen­be­rech­nung und Ausch­ieß­vor­la­gen her­um­schla­gen und sieht nie auch nur irgend­ein Lay­out­pro­gramm näher. Diese zwei Bei­spiele bezie­hen sich auf die selbe Fach­rich­tung und zwar Gestal­tung & Tech­nik. Was das zweite Bei­spiel nun mit der eigent­li­chen Beschrei­bung die­ser Fach­rich­tung zu tun hat ist eher frag­lich. Des­wei­te­ren sind viele der Betriebe auf die Reduk­tion von Kos­ten auf­ge­legt und so kann es pas­sie­ren, dass man mit über 10 Jahre alter Soft­ware arbei­ten muss, bei der man nicht mal mehr als einen Schritt zurück gehen kann.

Die Berufs­schule

Die Berufs­schule ist eigent­lich DAS High­light der Woche. Hier lernt man end­lich etwas über die Sachen, die man als inter­es­sier­ter Medi­en­ge­stal­ter wis­sen möchte und für die im Betrieb keine Zeit ist. Wie gestalte ich ein Logo, was sind Gestalt­ge­setze und wie wir­ken Far­ben und Kon­traste. Dem, der sich frü­her nicht dar­über infor­miert hat, wird das aber auch nicht ret­ten, denn diese The­men wer­den sehr schnell abge­han­delt, da der ganze Stoff ja in 3 Jahre unter­ge­bracht wer­den muss. Ent­we­der man opfert also seine Zeit in der Lehre oder hat sich, wie schon des öfte­ren hier erwähnt, vor­her schon mit der Mate­rie beschäf­tigt. Lei­der sieht die Aus­bil­dungs­verod­nung vor, dass man hier zu 3/4 der Zeit aber Sachen lernt, die abso­lut unbe­deu­tend sind. So lern­ten wir im ers­ten Lehr­jahr das Umrech­nen von Dezi­mal­zah­len (256) in Bin­är­zah­len (0100101001) und wie­der zurück in das Hexa­de­zi­mal­sys­tem (1987DD). Wozu man sol­che Kennt­nisse nun im Beruf braucht, wurde uns ver­schwie­gen und mir ist bis jetzt noch kein Nut­zen dazu ein­ge­fal­len. Genauso lernt man das Berech­nen von Trans­fer­ra­ten. Also wie lang eine 5MB große Datei bei einem ISDN Modem mit 56Kb/s braucht, bis sie beim Kun­den ein­ge­gan­gen ist. In Zei­ten von DSL 50.000+ halte ich das für genauso über­flüs­si­gen Mumm­pitz wie die Berech­nung der Datei­größe in MB für ein 2000x2000 Pixel gro­ßes RGB bild in 8 Bit. Nun könnte man ja sagen, das man sich den Stoff ein­fach bis zu Klau­sur merkt und dann ver­ges­sen kann, aber dem ist lei­der nicht so. Die Abschluss­prü­fun­gen ste­cken voll mit sol­chen zwei­fel­haf­ten Rechen­auf­ga­ben. Ein wei­te­rer Stol­per­stein ist Poli­tik & Wirt­schaft, wel­ches mit 30% der Note in der Abschluss­prü­fung zu Buche schlägt. Die Schuld daran liegt nicht bei den Schu­len, son­dern im Prü­fungs­aus­schuß selbst. Meine Erfah­rung zeigt, das die Berufs­schul­leh­rer gerne mehr von den wich­ti­gen und rele­van­ten Berufs­the­men ver­mit­teln wür­den, die­ses aber nicht kön­nen, da sonst das nötige Wis­sen zum Beste­hen der Abschluss­prü­fung fehlt.

Die unterschiedlichen Betriebe

Wie schon erwähnt gibt es unzäh­lige Unter­neh­men, die den Beruf des Medi­en­ge­stal­ters aus­bil­den kön­nen und dür­fen. Jedoch sollte man sich hier gut über­le­gen, wo man anfängt um nicht spä­ter ent­täuscht zu wer­den, wenn man selbst etwas ganz ande­res erwar­tet hat. Auch wenn jeder den sel­ben Beruf und die selbe Fach­rich­tung lernt, so merke ich in der Schule immer wie­der, dass der eine nicht ein­fach in den Betrieb des ande­ren arbei­ten könnte, da er dort ganz andere Tätig­kei­ten aus­führt die man selbst noch nie aus­füh­ren musste.

Dru­cke­rei

Hier wird man nur sel­ten Pro­gramme wie Illus­tra­tor oder Pho­to­shop benö­ti­gen, denn hier steht die Tech­nik im Vor­der­grund. Falz­vor­la­gen, Druck­plat­ten­be­lich­tung, Nut­zen­be­rech­nung und Aus­schuß­vor­al­gen erstel­len sind hier die Arbei­ten, die ein Medi­en­ge­stal­ter unter ande­rem zu erle­di­gen hat. Was noch anfal­len kann, ist die Druck­da­ten­kon­trolle, bei der Kun­den­da­ten auf druck­tech­ni­sche Pro­bleme über­prüft wer­den müs­sen um ein sau­be­res Dru­ck­er­geb­nis zu gewähr­leis­ten. Die Arbei­ten die man hier zu erle­di­gen hat, stim­men wohl am wenigs­tens mit den typi­schen Vor­stel­lun­gen von Berufs­an­fän­gern überein.

Copy­shop:

Auch Copy­shops dür­fen und kön­nen Medi­en­ge­stal­ter aus­bil­den. Die Arbei­ten in einem Copy­shop kön­nen zum Teil ziem­lich inter­es­sant sein. Man sollte sich aber im kla­ren sein, dass die Kund­schaft zumeist uner­fah­ren im Bereich der Medi­en­ge­stal­tung ist und Quan­ti­tät meis­tens vor Qua­li­tät steht. Jedoch kom­men hin und wie­der auch Kun­den, die Qua­li­tät erwar­ten und die­ser auch gehö­ri­gen Respekt zol­len, wenn man sie ablie­fert. Das schöne hier­bei ist der direkte Kun­den­kon­takt und der per­sön­li­che Umgang mit den Men­schen. Wer damit zurecht­kommt, das seine Arbei­ten zu 95% unter sei­nen eige­nen Ansprü­chen lie­gen, für den könnte auch die Arbeit in einem Copy­shop in Frage kom­men. Man sollte hier noch anmer­ken, dass die Arbeits­aus­stat­tung hier wohl eher an der Unter­grenze lie­gen wird. Ein Gra­fik­ta­blett, ein zwei­ter Bild­schirm oder auch ein leis­tungs­star­ker Com­pu­ter sind hier ganz klar eher die Aus­nahme als die Regel.

In-House Wer­be­ab­tei­lun­gen:

Vor allem große Unter­neh­men haben oft eine eigene Wer­be­ab­tei­lung, die zumin­dest klei­nere Auf­ga­ben bear­bei­tet wie z.B. das Erstel­len von Kata­lo­gen oder Pro­spek­ten. Hier ist Zeit­druck wohl der größte Stress­fak­tor. Sehr viele Pro­spekte kom­men in einem Abstand von 1 bis 2 Wochen (siehe Kauf­häu­ser wie real, Aldi oder Lidl). Jedoch sol­len die Ange­bote auch optisch ein­la­dend wir­ken und somit kommt ein wei­te­rer Fak­tor hinzu — die Qua­li­tät. Qua­li­tät in einer kur­zen Zeit abzu­lie­fern ist nicht jeder­manns Sache, auch wenn sie erlern­bar sind und vor allem stres­s­an­fäl­lige Per­so­nen wer­den hier ziem­lich schnell ins Tru­deln gera­ten. Wer sich aber als stress­re­sis­tent bezeich­nen kann oder bei Stress sogar erst rich­tig auf­blüht, für den ist das genau das rich­tige. Im Gegen­satz zu den klei­ne­ren Betrie­ben wie Copy­shops ist hier die Aus­stat­tung meis­tens gut bis sehr gut. Große Unter­neh­men wis­sen meis­tens dar­über bescheid, wie sehr ein gutes oder schlech­tes Lay­out sich im Kauf­ver­hal­ten der Kun­den äußern kann und geben dafür auch eini­ges an Geld aus.

Kleine Desi­gn­bü­ros / Kleine Wer­be­agen­tu­ren bis 10 Mitarbeiter

Das Arbeits­klima ist meis­tens gut und wie so oft in der Bran­che wird auf das „Sie“ ver­zich­tet und man duzt sich unter­ein­an­der. Die Kun­den kom­men eher aus der geschäft­li­chen Mit­tel– bis Unter­klasse. Die Auf­träge kön­nen in ihren Qua­li­tä­ten vari­ie­ren, den­noch legen vor allem kleine Agen­tu­ren häu­fig ihr Augen­merk auf Qua­li­tät und Kun­den­be­ra­tung. Vor allem arbei­tet man hier häu­fig unter Freun­den. Mann kennt sich und durch die kleine größe des Teams wächst man zu einem fes­ten Team zusam­men das sich ver­traut. Was hier noch am Rande zu bemer­ken sei ist, dass viele Aus­zeich­nun­gen auch von klei­nen Agen­tu­ren und Desi­gn­bü­ros gewon­nen werden.

Mit­tel­große Agen­tu­ren 10 bis 100 Mitarbeiter

Hier liegt der Haupt­an­teil der pro­du­zier­ten Wer­be­mit­tel. Mit­tel­große Agen­tu­ren haben meis­tens einen Kun­den­stamm, der von Ein­zel­per­so­nen bis hin zu grö­ße­ren und bekann­ten Unter­neh­men reicht und somit kann man in der Aus­bil­dung davon aus­ge­hen, dass man die viel­fäl­tigs­ten Kun­den­auf­träge bear­bei­ten darf/kann. Das kann von ein­fa­chen Visi­ten­kar­ten für den Staub­sau­ger­ver­tre­ter, bis hin zu gro­ßen Wer­be­kam­pa­gnen für ein bekann­tes Unter­neh­men reichen.

Große Agen­tu­ren

Wer kennt sie nicht, die gro­ßen Namen wie Jung von Matt, Ogilvy & Mather und wie sie alle hei­ßen? Hier sitzt die Creme de la Creme der deut­schen Wer­be­bran­che. So gut wie alle gro­ßen Kam­pa­gnen gro­ßer Unter­neh­men ent­stam­men einer die­ser gro­ßen Agen­tu­ren. Wer hier arbei­ten darf, der kann sich getrost selbst auf die Schul­ter klop­fen und stolz auf seine Leis­tung sein. Wer aller­dings einen Aus­bil­dungs­platz als Medi­en­ge­stal­ter bei den Gro­ßen der Szene sucht, der braucht eine gehö­rige Por­tion Glück.

Was lernt man als Mediengestalter?

Ein Bekann­ter von mir, sei­nes Zei­chens auch Medi­en­ge­stal­ter, bezeich­nete unsere Zunft ein­mal als die eier­le­gen­den Woll­milch­säue der Wer­be­in­dus­trie. Je län­ger man in der Aus­bil­dung oder dem Beruf vor­an­schrei­tet, umso kla­rer wird einem selbst, was er damit meinte. Hier ein­mal eine kurze Liste der Dinge, die ein Medi­en­ge­stal­ter beherr­schen sollte: Typo­gra­fie, Far­ben­lehre, Gestalt­ge­setze, HTML, CSS, Papier­sor­ten, Papier­gram­ma­tu­ren, Bogen­be­rech­nung, Color­ma­nage­ment, Logo­ge­stal­tung, Beau­ty­re­tu­sche, Com­po­sing, Papier­for­mate, Ton­wert­zu­wachs bei ver­schie­de­nen Papier­sor­ten, Den­si­tom­me­trie, Kennt­nisse über die unter­schied­li­chen Druck­me­tho­den, Vor– und Nach­teile der ein­zel­nen Druck­me­tho­den und bei wel­cher Auf­lage sich wel­che Methode am bes­ten eig­net, Erstel­lung von druck­fer­ti­gen PDFs, User­in­ter­face– und Web­ge­stal­tung, Gestal­tung von Geschäft­pa­pie­ren anhand ver­schie­de­ner DIN-Normen, Kun­den­be­ra­tung, Falz­ar­ten, Wei­ter­ver­ar­bei­tungs­me­tho­den, Aus­schuß­vor­la­gen, Nut­zen­be­rech­nung, Scribblen und Zeich­nen, Grund­la­gen der Foto­gra­fie, Bild­größe berech­nen, Daten­über­tra­gungs­ge­schwin­dig­kei­ten berech­nen und so wei­ter. Ich könnte diese Auf­zäh­lung nun noch einen hal­ben Tag wei­ter füh­ren und wäre immer noch nicht am Ende. Wie man sieht, umfasst das Leis­tungs­spek­trum eines Medi­en­ge­stal­ters eini­ges und vie­les wird man für seine Arbeit wahr­schein­lich nicht brau­chen. Das soll aber nicht so ver­stan­den wer­den, dass es nie­mand braucht. Ein klei­nes Bei­spiel: Ein Klas­sen­ka­me­rad von mir arbei­tet im Betrieb haupt­säch­lich mit Aus­schuß­vor­la­gen und Nut­zen­be­rech­nung, er kann das Wis­sen um die­sen Bereich also sehr gut gebrau­chen, ich hin­ge­gen arbeite in der Gestal­tung und war damit beschäf­tigt, Geschäfts­pa­piere, Logos und Flyer zu gestal­ten und kann die­ses Wis­sen um Nut­zen­be­rech­nung und Co. abso­lut nicht gebrauchen.

Fazit

Wer Medi­en­ge­stal­ter wer­den möchte, der sollte sich das im Vor­hin­ein gut über­le­gen. Alles in allem ist der Beruf zwar äusserst inter­es­sant und ich könnte mir kei­nen schö­ne­ren Beruf vor­stel­len. Das liegt aber sicher­lich auch daran, dass ich mich seit mehr als 8 Jahre mit der Mate­rie beschäf­tige und ich mich für die unter­schied­li­chen Gebiete begeis­tern kann. So habe ich hier ca. 30kg Papier­mus­ter lie­gen und finde es jedes Mal wie­der auf­re­gend, die Bücher auf­zu­schla­gen und das Papier neu zu ent­de­cken. Des­wei­te­ren bin ich seit der Aus­bil­dung stän­dig am nör­geln, wenn ich durch die Stadt laufe und rege mich bei­spiels­weise sehr gerne über schlechte Typo­gra­fie auf. Um das ganze hier mit den Wor­ten unse­res der­zei­ti­gen Datenbank-Lehrers zu been­den: „Medi­en­ge­stal­ter sind eben schon eine andere Sorte Mensch!“.

Was denkt ihr über den Beruf als Medi­en­ge­stal­ter? Falls ihr selbst zur Gat­tung „MG“ gehört: Ist die Aus­bil­dung in euren Augen gut oder schlecht und was wür­det ihr ver­bes­sern? Fin­det ihr die Auf­ga­ben­be­rei­che eines Medi­en­ge­stal­ters zu groß oder seid ihr der Mei­nung, dass die Größe der Leis­tungs­spek­tren in Ord­nung ist? Was sind eure Erfah­run­gen und in wie weit hat euch die­ser Arti­kel weitergeholfen?

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9 Kommentare

26. Juli 2010 17:50

Patrick

Super Arti­kel wie­der mal.
Ich selbst bin Assis­tent für Infor­ma­tik Pro­fil Medi­en­de­sign (nicht wirk­lich was brauch­ba­res gelernt) und beschäf­tige mich eigent­lich schon seit 4 Jah­ren mit Design. Beginne die­ses Jahr eine Lehre zum MG in einer klei­nen Agen­tur (wie du schon sagst ist die Stim­mung und das Fee­ling locker und unterhaltsam :) )

Und was du da alles auf­ge­zählt hast was ein MG alles kann muss, ich finde das muss man dann auch auf die jewei­lige Fach­rich­tung begren­zen. Ich denke kaum, dass Kon­zept & Visua­li­sa­tion sehr spe­zi­fi­sche Daten über die Druck­ver­fah­ren beherr­schen muss. Da müss­ten die Print­ler eigent­lich das ganze per­fekt beherr­schen.
Man­che unter­schei­den ja MG ein­fach mit Non-Print und Print und die Non-Printler bräuch­ten ja dann rein gar nichts über Druck­ver­fah­ren oder sons­ti­ges wissen.

Und das mit der Ver­gü­tung ist auch lei­der schon seit paar Jah­ren so, es gab im mg.info Forum mal eine Umfrage wie­viel man so in wel­chem Lehr­jahr ver­dient und ich hab das die letz­ten 3 Jahre immer mal mit­ver­folgt und fest­ge­stellt, dass der Anteil bei 500€ oder weni­ger im ers­ten Lehr­jahr stark zunimmt. Aber das kommt ja auch drauf an wie groß die Agen­tur ist und — lei­der got­tes — ob man im „Osten“ oder im „Wes­ten“ arbei­tet. Ich sel­ber arbeite im Osten und kann nur bestä­ti­gen, dass man hier in fast allen Beru­fen weni­ger Geld bekommt.

Ich finde das Spek­trum der Aus­bil­dung eigent­lich ganz gut, könnte von mir aus noch grö­ßer sein. Weil, es gibt immer häu­fi­ger schon 16 Jäh­rige die zB in Sachen Non-Print bes­ser drauf sind als irgend­wel­che Gelernte. Und dort die Dif­fe­renz des Wis­sens noch grö­ßer zu machen könnte man das Spek­trum ja erhö­hen. ;) (ich weiß ja noch nicht wirk­lich ob das Spek­trum nicht jetzt schon groß und schwer genug ist, aber anhand des „Lehrs­plans“ hab ich so das Gefühl)

btw: http://www.seidseit.de ;) (s. vor­letz­ter Satz) Wo wir bei dem Thema auch wären: Ich finde die Recht­schrei­bung sollte von Medi­en­ge­stal­tern auch gut beherrscht wer­den, wenn ich mir die Recht­schrei­bung in mei­nem Freun­des­kreis so anschaue dann denke ich mir auch mein Teil… :)

July 26 2010 20:49 pm

Sieben

Hi Patrick,
danke für deinen ausführlichen Erfahrungsbericht – immer spannend zu lesen, wie es anderen so ergeht.

Danke auch für den Hinweis auf den klassischen seid/seit-Fehler, der letzte Absatz wurde diesmal erst nach der Endkontrolle verfasst... ist aber jetzt korrigiert :) Schön, so aufmerksame Leser zu haben!

26. Juli 2010 20:56

Mike

Hm, also ich finde den Arti­kel ein wenig ein­sei­tig. Stel­len­weise wirkt es als wenn du dir ein wenig Frust von der Seele schrei­ben wür­dest.
Ich finde sub­jek­tive Betrach­tungs­wei­sen eigent­lich nicht schlecht aber emp­finde den nega­ti­ven Touch hier ein wenig zuviel. Es scheint als wür­dest du dem Groß­teil der Leute abra­ten Medi­en­ge­stal­ter zu wer­den weil die Aus­bil­dung zu undif­fe­ren­ziert und viel­fäl­tig ist. Aber genau das finde ich gut daran.
Im Gegen­teil, als ich mit der Aus­bil­dung fer­tig war, hatte ich eher ein „..und das solls gewe­sen sein?!“ im Kopf.

Die Kri­tik der Lehr­in­halte ist gut. Wir, und auch unsere Leh­rer, mein­ten ebenso das zuviel unnüt­zes und ver­al­te­tes Zeug ver­mit­telt wer­den muss und zuwe­nig aktu­elle Sachen die man wirk­lich brau­chen könnte. Das fällt dann auf die Betriebe zurück.
Und mit denen steht und fällt eine gute Aus­bil­dung mei­ner Mei­nung nach. Hier gene­rell zu sagen, bei Dru­cke­reien gibs nur Aus­schies­sen und in Agen­tu­ren gibt es abwechs­lungs­rei­che Kun­den finde ich nicht halt­bar. Ich habe da ganz andere Erfah­run­gen als du gemacht, und war in mei­ner Dru­cke­rei sehr viel mit klei­nen Kun­den in Kon­takt für die wir Wer­be­mit­tel und Print­ge­stal­tun­gen selbst ent­wor­fen, gestal­tet und pro­du­ziert haben. Ich kenne hier im Schwarz­wald auch min­des­tens 3 wei­tere Dru­cke­reien in denen Medi­en­ge­stal­ter so etwas machen. Eine gute Dru­cke­rei hat in der Regel halb­wegs aktu­elle Aus­schieß­pro­gramme, wel­che Sachen wie Nut­zen­be­rech­nung und Bogen­auf­tei­lung auto­ma­ti­sie­ren kön­nen.
Viel­leicht sollte man eher zwi­schen klei­nen Betrie­ben in denen es oft fla­che Hier­ar­chien und fami­liäre Ver­hält­nisse gibt und gro­ßen Betrie­ben in denen man nur ein klei­nes Räd­chen mit recht beschränk­tem Auf­ga­ben­spek­trum unter­schei­den.
Medi­en­ge­stal­ter defi­nie­ren sich mei­ner Mei­nung nach nicht über eine gut abge­schlos­sene Aus­bil­dung, denn dies sollte jeder Real– und auch gute Haupt­schüle pro­blem­los hin­be­kom­men, son­den eher über Ihre Refe­ren­zen und eben inwie­weit sie die große Band­breite der Auf­ga­ben in der Medi­en­welt beherrschen.

27. Juli 2010 15:24

Rene Haas

Hy Mike,

Erst ein­mal ein gro­ßes Danke für deine wirk­lich aus­führ­li­che Antwort :).

Ich wollte in die­sem Arti­kel kei­nes­wegs davon abra­ten, Medi­en­ge­stal­ter zu wer­den. Viel­mehr geht es mir darum, die Leute dar­über auf­zu­klä­ren, dass der Job nicht immer das ist, was man sich dar­un­ter erhofft. In mei­ner Berufs­schul­klasse haben allein im ers­ten Lehr­jahr 5–6 Leute die Aus­bil­dung geschmis­sen.
In dem Arti­kel habe ich ver­sucht, so objek­tiv wie nötig zu blei­ben. Meine sub­jek­tive Mei­nung wäre eine ganz andere — ich liebe die­sen Beruf aber auch über alles und könnte mir nichts ande­res vorstellen.

Natür­lich ist nicht jede Dru­cke­rei oder Agen­tur gleich. Selbst­ver­ständ­lich kann man in einer Dru­cke­rei auch gestal­te­risch tätig sein, darum ging es mir aber nicht. Ich wollte auf­zei­gen, dass einem in die­sem Beruf auch gänz­lich andere Tätig­kei­ten erwar­ten kön­nen, als man sich zu Beginn erhofft hat.

27. Juli 2010 15:59

Lau­ritz­Tebbe

Also ich finde auch, dass der Ein­trag eher in „Frust“ geschrie­ben wurde.
Den­noch finde ich die Ansich­ten sehr gut und finde viele Aspekte sehr gut und jetzt auch irgend­wie nicht schlecht!

Ich bin sel­ber in der Medi­en­welt wie­der zu fin­den.
Weil ich mich zu spät infor­miert habe und lei­der keine stelle als Medi­en­ge­stal­ter bekom­men habe, wurde mir emp­foh­len sich in der Druck und Medi­en­tech­nik (Digi­tal &Print) mal umzu­se­hen.
Ich bin spe­zi­ell für den Druck (Off­set­druck) zustän­dig und habe eher weni­ger mit der Gestal­tung am Rech­ner zu tun..kommt zwar vor, weil mein Chef weiß, dass ich auch gut im Visu­el­len erstel­len bin..gehört aber eigent­lich nicht zu mei­nem Aufgabengebiet.

Ich muss zuge­ben, dass ich in der Mate­rie über­haupt kein Ass bin und ich mir „Medi­en­ge­stal­tung“ eigent­lich anders vor­ge­stellt habe und es der­zeit kein Traum von mir ist, die­sen Beruf nach mei­ner Aus­bil­dung wei­ter zu führen.

Die Mate­rie als Dru­cker ist echt schwer.. ich tue mich sehr schwer mit den Fach­be­grif­fen und hätte Anfangs nie gedacht, dass man so viel Mathe kön­nen muss um in der Schule wirk­lich gut abzu­schnei­den.
Ich habe zu kämp­fen und habe der­zeit echte angst es nicht zu packen. (auch aus Per­sön­li­chen grün­den im Betrieb läuft nicht alles so wie es lau­fen sollte, was mich see­lisch auch sehr fer­tig macht und es alles noch­mal etwas schwie­ri­ger macht)

Fakt ist auch in die­sem Beruf, dass man in der Schule über­wie­gend Dinge erzählt bekommt, die im spä­te­ren Beruf eigent­lich über­haupt keine rolle mehr spie­len. Fiele Dinge sind ein­fach sehr ver­al­tet und die His­to­rie wie das alles ent­stan­den ist inter­es­siert eigent­lich heut­zu­tage gar nicht mehr. Wer Schwie­rig­kei­ten hat sich in der Mate­rie wie­der zu fin­den, der hat es echt schwer es zu packen, obwohl man eigent­lich in der Pra­xis ein sehr guter Dru­cker ist und mit ande­ren mit­hal­ten kann. Lei­der schafft man nur dadurch nicht den Job. =/

Ich will in den Details gar nicht wei­ter ein­ge­hen.. Fakt ist ein­fach, dass man Sachen lernt, die mit dem Beruf eigent­lich keine Gemein­sam­kei­ten haben und der Stoff viel zu umfang­reich gestal­tet ist, der aller­dings sehr stark in die Beno­tung mit einfließt.

Ich per­sön­lich finde die Medi­en­welt sehr umfang­reich und es wird immer schwie­ri­ger die Aus­bil­dung zu schaf­fen. Ich will nicht sagen, dass es frü­her ein­fach war, doch denke ich, dass es immer umfang­rei­cher wird was man in der heu­ti­gen zeit aber lei­der nicht anders unter­tei­len kann. Man kann nun mal nicht mehr jeden Beruf ver­zwei­gen weil die Erwar­tun­gen ein­fach zu groß sind. (gerade jetzt wo der Markt­kampf immer grö­ßer wird und das Inter­net immer mehr Kun­den raubt)…

Mein Lohn ist gut.. Im ers­ten Lehr­jahr sollte man min­des­tens 750–800€ bekom­men und wenn man in guten Fir­men platz gefun­den hat bekommt man auch gerne mal 1.200€ im drit­ten Lehrjahr…

was kann man sonst noch sagen.. ich per­sön­lich hoffe, dass ich nach der Aus­bil­dung mei­nen eige­nen weg gehen kann und hoffe, dass ich in die­sen Beruf nicht zurück keh­ren muss um mein leben finan­zie­ren zu kön­nen. Ich habe diese Aus­bil­dung ange­fan­gen, weil ich hoffe, dass man sich trotz­dem wei­ter­bil­den kann und irgend­wann das machen kann, was man eigent­lich möchte.

2. August 2010 23:29

uni­queDns

Hallo zusam­men,

vor­weg: Tol­ler Blog!

Zum Thema:
Medi­en­ge­stal­ter, mein Traum­be­ruf? Defi­ni­tiv JA!
Meine Fach­rich­tung war eben­falls „Gestal­tung & Tech­nik“, nur komme ich aus dem Web­be­reich. Dei­nen Erfah­rungs­be­richt kann ich aber fast 1:1 unter­schrei­ben, da die Erfah­run­gen und Ein­drü­cke fast iden­tisch sind.

Ich denke eben­falls, dass man sich im Vor­feld mit der Mate­rie beschäf­tigt haben sollte. Zu Viele wer­den Medi­en­ge­stal­ter aus dem genann­ten Grund: Mode­be­ruf!
Auch wenn man eine Aus­bil­dung absol­viert, sollte ein gewis­ses Poten­tial vor­han­den sein.

Rück­bli­ckend würde ich sogar behaup­ten, dass ich allein mit den Vor­kennt­nis­sen, wel­che ich mir auto­di­dak­tisch ange­eig­net habe, die Prü­fung bestan­den hätte. Jeden­falls hatte die Zeit zuvor einen wesent­li­chen Teil dazu beige­tra­gen, denn viel Neues habe ich (lei­der) nicht gelernt.

In mei­ner AP kam sogar gar kein Mathe vor, einige Sachen z.B. in WISO, wel­che wir gar nicht im Unter­richt durch­ge­nom­men haben. Auch die Wer­tung der Prüf­stü­cke bleibt mir wei­ter­hin ein Rät­sel, da fragt man sich echt wonach bewer­tet wird.

VG uni­queDns

23. August 2010 10:49

Julius

Ich muss sagen, dass ich den Arti­kel sehr gut und aus­führ­lich finde.

Ich per­sön­lich bin der Mei­nung, dass es einen Grund hat, dass in der Schweiz 4+ Jahre Typo­gra­phie stu­diert wird, oder dass man frü­her 4 Aus­bil­dungs­be­rufe gebraucht hat, um den Stoff unter zu bringen.

Die ein­zige Mög­lich­keit im Job zu „über­le­ben“ ist es, sich zu spe­zia­li­sie­ren. Ich kann kein Litho-Gott sein, gleich­zei­tig schnell und zügig vali­den Code schrei­ben und neben­bei noch krea­tiv genug sein um coole Kun­den­lo­gos o.ä. am Fließ­band zu pro­du­zie­ren. Ich kann ent­we­der alles ein biss­chen, oder eines richtig.

Lei­der wird das in der Aus­bil­dung in keins­ter Weise geför­dert. Im Gegen­teil: Man muss sich mit der­ma­ßen unnüt­zem Wis­sen voll­stop­fen, nur weil dies in der Abschluss­prü­fung dran kom­men könnte. Ener­gie­kos­ten­be­rech­nung, Sozi­al­ge­setz­ge­bung, Bin­är­zah­len, Sport bzw. Reli­gion … WTF?

Wieso wird von einem Web­men­schen nicht nur erwar­tet, sich super mit Code, Tech­ni­ken und Design aus­zu­ken­nen, son­dern oben­drein noch zu wis­sen und zu ver­ste­hen, warum es bei einem zu hohen Bogen­sta­pel nach dem Druck zum Able­gen kom­men kann. Ist das in irgend­ei­ner Art und Weise interessant?

Wieso muss ein Print– Mensch wis­sen, wie man eine MySQL-Datenbank mit Daten füllt, und wie man Pro­bleme mit dem IE6 ver­hin­dert? Mal abge­se­hen davon, sind die Leh­rer schlicht­weg über­for­dert mit der Tech­nik. Wie soll ein Leh­rer der vom Stoff selbst keine bis wenig Ahnung hat, die­sen so ver­mit­teln, dass die Schü­ler bei der Sache sind und oben­drein noch was ler­nen? Rich­tig: Sie hal­ten sich an vor­de­fi­nierte Unterichts­ma­te­ria­lien von denen die meis­ten nicht nur schlecht oder gar ver­al­tet sind, nein, z.T. sind sie auch ein­fach falsch, bzw. nicht mehr Zeit­ge­mäß (Lay­out­ta­bel­len, Typo­gra­fie, etc).

Die Aus­bil­dung kann eigent­lich nur die Vor­be­rei­tung auf die wei­tere, per­sön­li­che Berufs­aus­bil­dung sein. Quasi um alles schon mal gehört oder gele­sen zu haben.

Die Alter­na­tive: Das Stu­dium.
Ohne eigene Erfah­rung bin ich auf die Aus­sa­gen mei­ner Mit­men­schen ange­wie­sen, das Fol­gende ist dem­nach nur hören­sa­gen, bzw. basie­rend auf Erfah­run­gen mit Kol­le­gen und Kunden.

Im Stu­dium wer­den Krea­tiv­tech­ni­ken gelehrt, viel Theo­rie ver­mit­telt und wenig Pra­xis. Die abzu­lie­fern­den Haus­ar­bei­ten wer­den ggf. auf gestal­te­ri­sche Qua­li­tät über­prüft. Ob das in irgend­ei­ner Art und Weise pra­xis­ori­en­tiert, druck­bar o.ä. ist, spielt keine Rolle. Ich bekomme oft Anfra­gen von fer­tig stu­dier­ten Gra­fik­de­si­gnern zu den ein­fachs­ten Funk­tio­nen von InDe­sign, Daten von ande­ren Agen­tu­ren sind so haar­sträu­bend auf­ge­baut bzw. zusam­men­ge­schus­tert, dass man diese teil­weise kom­plett neu auf­bauen muss um damit arbei­ten zu können.

Das Stu­dium müsste also auch um ein bzw zwei Jahre inten­sivs­ter Pro­gramm­schu­lung ver­län­gert wer­den um effek­tiv zu sein.

Und nun? Fakt ist, dass weder stu­dierte Gra­fik­De­si­gner noch Medi­en­ge­stal­ter auch nur annä­hernd eine Art Qua­li­täts­ga­ran­tie haben, was ihre Aus­bil­dung betrifft.

Medi­en­ge­stal­ter kön­nen Glück aber auch Pech haben. Gra­fik­De­si­gner müs­sen sich die Pro­gramme halt selbst beibringen.

Die teil­weise nöti­gen Schu­lun­gen kann man sich als Pri­vat­per­son teil­weise ein­fach nicht leis­ten. 1200 Euro für zwei Tage Schu­lung? Das ist für Einige ein gan­zes Monats­ge­halt. Denn auch die Gehalts­spanne in der Bran­che ist riesengroß.

Wenn man sich für einen Job in der Bran­che ent­schei­det hat man oft mit lan­gen Arbeits­zei­ten und schwie­ri­gen Kun­den zu kämp­fen. Das ist kein Job den man ein­fach macht nur um einen Job zu machen. Man muss die­sen Job lie­ben. Ansons­ten geht man über kurz oder lang kaputt.

Ganz abge­se­hen von der Krank­heit, ggf. schlech­tere oder teu­rere Pro­dukte zu kau­fen, weil das Design oder das Ver­pa­ckungs­de­sign des besseren/günstigeren ein­fach mal gar nicht geht. :)

27. August 2010 12:05

Mike

guter Kom­men­tar, den kann ich so unter­schrei­ben. Das eier­le­gende Woll­milch­sau — Pro­blem habe ich jetzt shcon eini­gen Arbeit­ge­bern geschil­dert, die Reak­tion war immer gleich, sie lachen oder grinsen.

21. September 2011 15:43

nine

hey ihr lieben,

ich habe eure geschich­ten mit gro­ßen inter­esse ver­folgt.
ich habe bereits eine lehre im sozia­len bereich abge­schlos­sen, bin 24 jahre alt und habe zwei kin­der.
weil ich mit mei­nem erlen­ten beruf im moment nicht viel anfan­gen kann habe ich ein ange­bot für eine umschu­lung zur medi­en­ge­stal­te­rin bekom­men. ich sollte also eine nacht dar­über schla­fen und meine ent­schei­dung mit­tei­len. dies habe ich dann am nächs­ten tag auch direkt mit einer zusage getan.ich habe mich ver­sucht so gut es geht dar­über zu infor­mie­ren, weil ich wirk­lich abso­lut kei­nen plan davon hatte und eigent­lich auch immer­noch nicht wirk­lich hab. nun bin ich hier auf diese seite gesto­ßen die auch sehr hilf­reich ist, obwohl ich im moment nicht weiß ob ich es lie­ber hätte nicht lesen sol­len ^^.. ich soll so bald wie mög­lich als lehr­ling in einer dru­cke­rei anfan­gen, klei­ner fami­li­en­be­trieb und gute arbeits­zei­ten. ich geh davon aus das es im bereich der tech­nik lie­gen wird, denn genaue infos hat mir noch nie­mand gege­ben. im moment soll ich ein­fach auf den anruf vom chef war­ten und mich im inter­net bele­sen. nun gibt es aber soviele berei­che wo ein medi­en­ge­stal­ter ein­ge­setzt wer­den kann das ich gar keine ahnung hab in wel­chem bereich ich nun eigent­lich ein­ge­setzt werde. nun komm ich dann zum vor­stel­lungs­ge­spräch und kann eigent­lich gar nichts dazu sagen außer das was ich mir durch das inter­net behal­ten haben könnte. ich werde immer unsi­che­rer ob die über­haupt wis­sen was die bzw wem die sich da ins boot holen ^^ denn ich muss alles von grund auf ler­nen und bis eben dachte ich ja das dass mit der bezeich­nung Aus­bil­dung gesi­chert wäre. aller­dings habe ich grade das gefühl das man als medi­en­ge­stal­ter gebo­ren sein muss ansons­ten näm­lich kei­ner­lei chan­cen hat das über­haupt zu erler­nen bzw mit­zu­hal­ten. sooo jetzt hab ich auch mal mei­nen senf dazu gege­ben .. ich habe kei­nen plan ob das dass rich­tige für mich ist .. inter­esse habe ich auf jeden­fall nur das wis­sen fehlt mir noch xD liebe grüße ^^

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