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Zeichnen – Plädoyer für Stift und Papier

01 Jul 2010, Geschrieben von Peter Rudolph in Analog,Gestaltung,Meinung, 8 Kommentare

Zeichnen – Plädoyer für Stift und Papier


Digi­ta­ler Overkill

Wir leben in einer Zeit, in der gerade alles digi­tal wird. Was man frü­her im Lexi­kon oder Wör­ter­buch nach­ge­schla­gen hat, fin­det man heute in Sekun­den­schnelle im Netz. Auch das Tele­fon­buch hat seine bes­ten Jahre hin­ter sich und Briefe wer­den fast voll­stän­dig durch E-Mails ersetzt. Auch Bücher, Zei­tun­gen und Maga­zine wer­den dank iPad & Co bald merk­lich weni­ger werden.

Eigent­lich alles recht nütz­li­che, da zeit– und res­sour­cen­spa­rende Ent­wick­lun­gen, doch lei­der blei­ben dabei auch viele schöne, ana­loge Tätig­kei­ten auf der Stre­cke. Das Schrei­ben bzw Lesen eines hand­ge­schrie­be­nen Brie­fes ist eine davon, darum soll es hier aber nicht gehen. Viel mehr geht es um: Das ana­loge Zeichnen.

Je mehr Tools und Apps es gibt, um digi­tal zu zeich­nen, desto mehr gerät das gute alte Zeich­nen mit Stift und Papier in Ver­ges­sen­heit. Immer aus­ge­feil­ter wer­den die Pro­gramme, immer rea­lis­ti­scher die Anmu­tung einer digi­tal erstell­ten „Zeich­nung“. Dass das ana­loge Zeich­nen trotz allem mehr als nur noch eine Rest-Daseinsberechtigung hat, son­dern im Gege­gen­teil, mit zuneh­men­der Digi­ta­li­sie­rung sogar an Bedeu­tung gewinnt, wol­len wir in die­sem Arti­kel auf­zei­gen. Bitte beach­tet, dass es sich um die per­sön­li­che Mei­nung des Autors handelt.

Pro ana­log

Warum also sollte man sich, wo man doch heute fast alles digi­tal tut, gerade zum Zeich­nen wie­der dem anti­quiert anmu­ten­den Stift und Papier zuwen­den? Dafür spre­chen vor allem die fol­gen­den Punkte:

Kon­zen­tra­tion aufs Wesentliche

Zum einen hat jeg­li­che digi­tale Form des Zeich­nens den Neben­ef­fekt, dass man nur allzu leicht abge­lenkt wird. Denn wer Pro­gramme wie Pho­to­shop oder spe­zi­elle Zei­chen­tools nutzt, bei dem ist allzu oft auch ein Brow­ser, ein Mail– oder ein Twit­ter­cli­ent aktiv, und wenn denn grade eine Mail rein­kommt dann lässt man eben schnell von der Zeich­nung ab und küm­mert sich um irgend­wel­che Neben­säch­lich­kei­ten in Netz; Gro­ßer Feh­ler, denn Zeich­nen ver­langt Kon­zen­tra­tion und Hin­gabe, wer ein paar Stri­che macht, dann Mails beant­wor­tet, wie­der ein paar Stri­che malt, um dann eben die Nach­rich­ten zu lesen — bei dem wird wohl kaum etwas sinn­voll gezeich­ne­tes her­aus­kom­men. Wenn man sich schon für das digi­tale Zeich­nen ent­schei­det, dann sollte man dafür sor­gen, dass so wenig wie mög­lich Ablen­kung vor­han­den ist. Also: Brow­ser aus, Mail­cli­ent aus, Twit­ter und sämt­li­che Mes­sen­ger aus. Im bes­ten Falle aber: Rech­ner ganz aus, denn die Musik spielt auf dem Papier, und nicht sonstwo!

Strg+Z? Is nich!

Ein wei­te­rer Vor­teil des ana­lo­gen Zeich­nens: Es gibt kei­nen Zurück-Button. Was in fast allen Pro­gram­men mit Strg+Z längst zur lange ein­ge­üb­ten Rou­tine gewor­den ist, fehlt auf dem Papier kom­plett. Moment — das soll ein Vor­teil sein? Ja, es ist in der Tat ein Vor­teil, denn wer in dem Bewusst­sein zeich­net, dass jeder Strich end­gül­tig, jede Schraf­fur schon zu dun­kel sein kann, ist wesent­lich kon­zen­trier­ter und sorg­fäl­ti­ger bei der Sache. Wer digi­tal mit sei­nen Schlu­de­reien nicht zufrie­den ist, löscht sie teil­weise oder kom­plett und ver­sucht sein Glück aufs Neue — so ent­ste­hen zwar fest­plat­ten­weise digi­tale Werke, jedoch nur sel­ten wirk­lich gute Zeich­nun­gen. Wer das Zeich­nen wirk­lich sinn­voll üben will, sollte übri­gens auch ruhig mal den Radier­gummi zur Seite legen, im Ide­al­fall greift man statt zum Blei­stift ein­fach mal zum Kugel­schrei­ber — hier gibt es garan­tiert kein Edi­tie­ren und kein Löschen, hier muss jeder Strich sit­zen — eine bes­sere Übung gibt es kaum!

Nur „echt“ ist echt!

Auch wenn sich aktu­elle Pro­gramme immer wie­der darin über­tref­fen mög­lichst rea­li­täts­nahe Mal– und Zei­chen­ef­fekte zu erzie­len — an das Ori­gi­nal kann kein Pro­gramm je her­an­kom­men. Digi­tale Zeich­nun­gen mögen zwar im End­er­geb­nis einer ana­lo­gen Zeich­nung recht ähnlich sehen, das Gefühl beim Zeich­nen selbst ist den­noch ein ganz ande­res. Zwar fühlt sich das digi­tale Zeich­nen mit aktu­el­ler Soft­ware und einem Gra­fik­ta­blett wie dem Intuos 4 durch­aus schon recht natür­lich an, die ein­zig­ar­tige Hap­tik von Stift und Papier lässt sich aber nun mal nur sehr schwer digi­tal nach­bil­den. Zwar kön­nen moderne Gra­fik­ta­bletts recht gut Para­me­ter wie Stift­auf­druck oder Stift­härte wider­ge­ben, auch das Schräg­stel­len und Nei­gen des Stifts und damit die Strich­breite ist mit bes­se­ren Tabletts digi­ta­li­sier­bar. Sämt­li­che Eigen­schaf­ten des Papiers und des Stifts an sich gehen beim digi­ta­len Zeich­nen jedoch verloren.

Was ist mit der Papier­ober­flä­che… glat­tes, lackier­tes Papier ver­hält sich beim Zeich­nen eben völ­lig anders als ein rau­hes, offen­po­ri­ges Papier. Wer selbst viel zeich­net, der weiß, dass auch die Unter­lage einen gro­ßen Ein­fluss auf die Anmu­tung der Zeich­nung haben kann — all das sind Fak­to­ren, die sich digi­tal (noch) nicht rea­li­sie­ren las­sen. Das ana­loge Zeich­nen ist ein­fach eine sehr viel hap­ti­schere Ange­le­gen­heit, es spricht mehr Sinne an, als das digi­tale. Dies führt zu einer inten­si­ve­ren Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Mate­rial, zu kon­zen­trier­te­rem Arbei­ten — und im Ergeb­nis meist zu den anspre­chen­de­ren Ergebnissen.

Immer und über­all — und auch noch gesund!

Hinzu kommt (auch wenn die­ses Argu­ment in den nächs­ten Jah­ren mit leis­tungs­fä­hi­gen por­ta­blen Gerä­ten an Bedeu­tung ver­lie­ren wird): Stift und Papier sind schnel­ler und fle­xi­bler zur Hand als ein Rech­ner mit ent­spre­chen­der Hard– und Soft­ware. Ein Skiz­zen­buch und ein Stift pas­sen in jede Tasche, Stift und Papier kann man pro­blem­los an jeder Rezep­tion schnor­ren. Stift und Papier brau­chen kaum Platz, sie wie­gen kaum etwas und brau­chen kei­nen Strom. Tech­ni­sche Ent­wick­lung hin oder her, der fle­xi­belste Web zu zeich­nen ist doch immer noch ein sim­ples Blatt Papier und ein Stift.

In mei­nen Augen ist das ana­loge Zeich­nen auch eine gesün­dere und ergo­no­mi­schere Ange­le­gen­heit. Die meis­ten von uns star­ren berufs­be­dingt ohne­hin viele Stun­den am Tag auf einen Moni­tor und sit­zen in der immer sel­ben Posi­tion am Schreib­tisch — da ist es doch gera­dezu erhol­sam, wenn man sich mit Stift und Skiz­zen­buch auf den Bal­kon oder auf die Couch flüch­ten kann.

Kom­bi­niert mit guter Musik wird ana­lo­ges Zeich­nen somit zu einem ablen­kungs­freien Genuss — weit mehr, als jedes digi­tale Pro­gramm bie­ten kann!

Und con­tra?

Natür­lich sei der Fair­ness hal­ber auch der eine oder andere Nach­teil des ana­lo­gen Zeich­nens genannt: Da wäre nahe­lie­gen­der­weise zunächst mal der große Bat­zen bemal­ten Papiers, den man damit pro­du­ziert. Manch einer schmeißt sofort wie­der weg, manch einer scannt ein, manch einer sor­tiert und archi­viert in Map­pen… aber so wirk­lich ele­gant las­sen sich „echte“ Zeich­nun­gen lei­der nicht ver­wal­ten, zumin­dest wenn man den Ver­gleich mit einem gut orga­ni­sier­ten Abla­ge­sys­tem auf der Fest­platte anstellt. Hier kann ich nur zu Skiz­zen­bü­chern raten, diese sind im Ver­gleich mit losen Blät­tern oder Zei­chen­blö­cken wesent­lich ein­fa­cher zu archivieren.

Hin und wie­der eben­falls ein ner­vi­ger „Nach­teil“ des ana­lo­gen Zeich­nens: Papier ist end­lich. Damit sind nicht die Regen­wä­der gemeint (wobei das auch ein beach­tens­wer­ter Aspekt ist) son­dern ganz ein­fach der Umstand, dass das Blatt Papier irgend­wann voll ist. Wo ich digi­tal die ein­fa­che Mög­lich­keit habe, meine Arbeits­flä­che nahezu belie­big zu ver­grö­ßern, stoße ich ana­log wort­wört­lich an die Gren­zen des Materials.

Mate­ri­al­tipps

Nach­dem nun aus­führ­lich dar­über berich­tet wurde, warum das ana­loge Zeich­nen bes­ser (oder zumin­dest: schö­ner) ist als das digi­tale, möchte ich auch noch ein paar kon­krete Tipps mit­ge­ben. Man beachte bitte, dass die fol­gen­den Rat­schläge auf mei­nen per­sön­li­chen Erfah­run­gen basie­ren, ein klas­si­scher Zei­chen­leh­rer sieht einige Dinge sicher anders. Möge sich ein­fach jeder das her­aus­zie­hen, was für ihn sinn­voll erscheint ;)

Bil­lig ist gut!

Ich bin der Mei­nung, dass bil­li­ges Zei­chen­ma­te­rial nütz­li­cher ist als teu­res. Aus zwei Gründen:

Zum einen ist es beim Zeich­nen ein biss­chen wie beim Foto­gra­fie­ren. Foto­gra­fie­ren lernt man am bes­ten mit einer mög­lichst „pri­mi­ti­ven“ Kamera ohne viel tech­ni­schen Fir­le­fanz, denn nur so kann man sich auf das Wesent­li­che kon­zen­trie­ren. Wes­sen Kamera wirk­lich nur das not­wen­digste kann, der ist gezwun­gen, viel bewuss­ter auf den Bild­auf­bau, die kor­rekte Belich­tung, das Spiel von Licht und Schat­ten zu ach­ten. So ist es auch beim Zeich­nen: Wer von Anfang an ein Arse­nal von 24 Blei­stif­ten in allen erdenk­li­chen Här­te­gra­den besitzt, wer nur auf feins­tem Zei­chen­pa­pier wer­kelt, der erlernt nur schwer die wesent­li­chen Aspekte des Zeich­nens und tut sich sehr schwer, wenn er plötz­lich mit nur noch einem ein­zi­gen Stift, ohne Radier­gummi und Papier­wi­scher zeich­nen soll.

Zum ande­ren geht es zumin­dest mir so, dass man auf teu­rem Mate­rial nicht wirk­lich befreit agie­ren kann. Je teu­rer das Mate­rial, desto mehr setzt man sich selbst unter Druck, auch etwas sehens­wer­tes zu pro­du­zie­ren — schließ­lich hat man teu­res Geld dafür bezahlt und will das gute Büt­ten­pa­pier nicht ver­hunzt zum Alt­pa­pier geben. Diese Hal­tung is alles andere als för­der­lich im krea­ti­ven Pro­zess, man blo­ckiert sich selbst und macht sich viel zu viele Gedan­ken über jeden ein­zel­nen Strich. Hat man hin­ge­gen preis­wer­tes Mate­rial, kann man wesent­lich locke­rer an das Pro­jekt her­an­ge­hen, wenn man was dane­ben geht, wirft man den Bogen eben weg, ohne sich damit finan­zi­ell zu ruinieren.

Mei­ner Mei­nung nach genügt also wirk­lich ein ganz nor­ma­les Papier. Ein Skiz­zen­buch ist von der Hand­ha­bung her nun mal wesent­lich ange­neh­mer als ein Sta­pel lose Blät­ter, hier muss es aber auch kein teu­res Mole­s­kine oder ein edles Stück aus dem Kunst­fach­han­del sein. Ich sel­ber kaufe mir regel­mä­ßig ganz banale Skiz­zen­bü­cher bei Kar­stadt. Die sind güns­tig und erfül­len ihren Zweck voll­auf. Für schnelle Skiz­zen neben­her tut es auch ein Sta­pel Kopier­pa­pier und der nächst­beste Gra­tis­ku­gel­schrei­ber. Je mehr man es schafft, das zeich­nen nicht als große Kunst anzu­se­hen, son­dern als direk­ten Weg, Gedan­ken aufs Papier zu brin­gen, desto befrei­ter zeich­net es sich.

Und in der Realität?

Auch wenn ich hier den Mini­ma­lis­mus pre­dige — ganz so spar­ta­nisch geht es auch bei mir nicht zu. Im Lauf der Jahre hat sich für mich das hier als sinn­vol­ler Kern erwie­sen (was reine Zei­chen­stifte angeht, die Samm­lung an Mar­kern etc ist etwas umfangreicher):

  • Faber Cas­tell Grip Plus 0.7 — Der immer-zur-Hand Druck­blei­stift, in HB. Druck­blei­stift des­halb, weil mir stän­di­ges Spit­zen zu ner­vig (und unter­wegs schwie­rig) ist. HB, weil das für mich die gol­dene Mitte ist.
  • Faber Cas­tell TK 940 — Der alt­be­währte Fallminen-Klassiker. In 2H, HB und 2B. Fall­mine des­halb, weil mir stän­di­ges Spit­zen … ihr wisst schon ;)
  • ein wei­ßer Radier­gummi (die roten haben gern mal die schlechte Ange­wohn­heit, far­bige Strie­men zu hin­ter­las­sen), ich glaube auch von Faber.
  • That’s it. Ein Kne­tra­dier­gummi noch, wobei der immer auf wun­der­same Weise vom Erd­bo­den verschwindet.

Was zeich­nen?

Was soll man nun zeich­nen, wenn sich nun aus­ge­stat­tet hat und vol­ler Taten­drang vor dem wei­ßen Blatt Papier sitzt? Tipp Nr. 1: macht kein Hexen­werk dar­aus. Zeich­net das, was euch in den Sinn kommt, wenn euch nichts ein­fal­len will, zeich­net den erst­bes­ten Gegen­stand in eurem Blick­feld. geht dabei nicht mit der Ein­stel­lung heran, dass es ein per­fek­tes Abbild wer­den muss. Zeich­nun­gen und Skiz­zen sind in der Regel nur für einen sel­ber da, es macht nichts, wenn sie komisch aussehen.

Eine gute Übung, gerade wenn man bis­lang nicht all­zu­viel Erfah­rung hat oder schon lange nicht mehr gezeich­net hat: Fangt mit ein­fa­chen For­men an. Ein Wür­fel oder eine Kugel sind gar nicht so ein­fach zu zeich­nen wie man mei­nen mag. Sucht euch einen Gegen­stand mit ein­fa­chen For­men (einen Apfel, einen Tetra­pack, ein Ball, wha­te­ver), und ver­sucht ihn abzu­zeich­nen. Licht und Schat­ten sind die Zuta­ten des Zeich­nens, also ori­en­tiert euch nicht an den Umris­sen des Gegen­stands, son­dern daran, wo auf dem Objekt sich Licht und Schat­ten befin­den. Und bitte nicht zu pin­ge­lig und klein­tei­lig, son­dern ruhig mit locke­ren, kräf­ti­gen Stri­chen und kräf­ti­gen Schraffuren.

Doch lie­ber digital?

Wer trotz allem lie­ber digi­tal als ana­log arbei­tet, dem möchte ich zum Abschluss noch zwei Tools vor­stel­len. Es sei jedoch ange­merkt, dass diese Tools keine eigent­li­chen Zei­chen­pro­gramme sind, son­dern viel­mehr zum krea­ti­ven und teil­weise unvor­her­seh­ba­ren Expe­ri­men­tie­ren ein­la­den. Da beide kos­ten­los sind und jede Menge Spaß machen, seien sie hier kurz vorgestellt:

Har­mony

Har­mony ist eine äußerst mini­ma­lis­ti­sche aber umso genia­lere Web­an­wen­dung. Zu erklä­ren gibt es hier nicht viel: Seite öffnen und los­zeich­nen! Am obe­ren Bild­schirm­rand kön­nen Vor­der– und Hin­ter­grund­farbe aus­ge­wählt wer­den, außer­dem ver­schie­dene Pin­sel­ar­ten, die den gezeich­ne­ten Strich in unter­schied­li­cher Art mani­pu­lie­ren und das Ergeb­nis ver­frem­den. Danke an Tom Krie­ger für den Tipp!

Alchemy

Alchemy ist im Gegen­satz zu Har­mony keine Web­an­wen­dung, son­dern ein instal­lier­ba­res Pro­gramm. Noch weni­ger als Har­mony ins Alchemy zum eigent­li­chen, prä­zi­sen Zeich­nen gedacht, denn hier wird jeder gezeich­nete Strich mas­siv mani­pu­liert. Je nach Ein­stel­lun­gen bewirkt ein ein­fa­cher Strich eine bunte Explo­sion an Linien, eine Ver­frem­dung vor­he­ri­ger Stri­che etc — Alchemy ist wirk­lich eher als freies Expe­ri­men­tier– und visu­el­les Ide­en­fin­dungs­tool zu betrach­ten. Das schöne ist: Man braucht nur ein wenig her­um­zu­kli­cken, und schon ent­ste­hen die phan­tas­tischs­ten For­men und Far­ben quasi wie von allein, wes­halb Alchemy auch gern für Live Visu­als ver­wen­det wird. Unbe­dingt mal reinschauen!

Ich hoffe, dass ich mit die­sem Arti­kel den ein oder ande­ren dazu bewe­gen konnte, statt zur Maus (bzw zum Wacom-Stift), mal wie­der zu Stift und Papier zu grei­fen. Ana­lo­ges zeich­nen ist nicht etwa ein ver­al­te­tes Über­bleib­sel aus gra­phit­grauer Vor­zeit, son­dern auch und gerade in unsere heu­ti­gen tech­no­lo­gi­sier­ten Welt ein wich­ti­ger Gegen­pol zum digi­ta­len Arbeiten.

Wie ana­log bzw digi­tal sied ihr? Greift ihr regel­mä­ßig zu Stift und Papier oder pas­siert das meiste schon digi­tal? Wie auch immer, ich wün­sche euch viel Spaß beim Zeich­nen, Scribblen, Skiz­zie­ren, und freue mich über jeg­li­ches Feed­back zum Artikel!

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8 Kommentare

1. Juli 2010 20:24

CMD­Vi­su­als

Ach ja, die­ser Arti­kel hat mich fast ein wenig sen­ti­men­tal gemacht… in der 2. Klasse hat mir mein dama­li­ger und auch heu­ti­ger bes­ter Freund in ein Freund­schafts­buch geschrie­ben: „das wün­sche ich dir: dass du gut malen kannst“. Lei­der ist der Wunsch nie in Erfül­lung gegangen.

Den­noch ein guter Arti­kel und es juckt mich in den Fin­gern, es mal wie­der zu probieren.

2. Juli 2010 11:34

Tino Wehe

Ick hab mir schon so oft vor­ge­nom­men mich mehr mit dem Zeich­nen zu beschäf­ti­gen, aber irgend­wie geb ich dabei sehr schnell auf, liegt viel­leicht daran, dass ich noch nicht so rich­tig weiß, wo ich es ein­set­zen könnte, wenn ich es könnte. ;)

2. Juli 2010 16:14

Marco Schnitz­ler

Ein sehr schöne Arti­kel, in eini­gen Punk­ten habe ich mich direkt wie­der gefunden.

So kann ich dem Punkt mit dem selbst­auf­er­leg­ten Druck, sehr gut nach­voll­zie­hen. Ist zwar eigent­lich Quatsch, aber ich ertappe mich auch immer wie­der dabei.

Das Thema Ablen­kung am Com­pu­ter habe ich ganz ein­fach gelöst. Es gibt einen Surf und Inter­net­rech­ner und einen zum Arbei­ten, so kann ich mich auf’s Wesent­li­che kon­zen­trie­ren und den krea­ti­ven Pro­zess flies­sen lassen.

LG Marco

July 04 2010 10:06 am

Sieben

Die Aufteilung auf zwei Rechner ist natürlich clever. Aber ich glaube so ganz würde das bei mir nicht funktionieren. So ein bisschen Webradio nebenher mag ich ab und zu schon haben, und dafür dann extra den Rechner zu wechseln... hm ;)

9. Juli 2010 17:08

Papier — Unter­schätz­ter Roh­stoff? | Sie­ben und Achtzig

[…] von uns täg­lich damit zu tun — Papier. Vor eini­gen Tagen ging es in unse­rem Arti­kel Ana­lo­ges Zeich­nen – Plä­do­yer für Stift und Papier bereits um den Umgang mit Papier, heute wol­len wir uns die­sem Roh­stoff einmal […]

14. Juli 2010 01:59

bee

Bin kein Zeich­ner, aber auf das Schrei­ben lässt sich das ja auch über­tra­gen. Nach­dem ich zig Manage­ment– und Daten­bank­tools aus­pro­biert habe, nutze ich mitt­ler­weile pri­vat wie beruf­lich das gute alte Notiz­buch. Por­ta­bel, muss nicht erst hoch­fah­ren, und außer­dem hat es, sofern man das aktu­elle Datum dazu­schreibt, eine auto­ma­ti­sche Archi­vie­rungs­funk­tion (alles älter als 7 Tage ist „alt“). Mag ich. Fühlt sich auch bes­ser an, so in der Hand und mit Stift.

6. September 2010 16:42

ich

Von wem sind denn die Bil­der?
Ich habs schon ver­sucht es her­aus zu fin­den.
habs aber nicht geschaft.

September 06 2010 18:07 pm

Sieben

Hi, alle Bilder im Artikel stammen vom Autor selbst, also mir, Peter Rudolph.

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