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Logodesign – 13 Punkte an denen ich merke, ob mein Logo funktioniert!

10 Jun 2010, Geschrieben von Rene Haas in Gestaltung, 10 Kommentare

Logodesign – 13 Punkte an denen ich merke, ob mein Logo funktioniert!


Kein ande­res Mit­tel der visu­el­len Kom­mu­ni­ka­tion wird wohl so oft ver­wen­det wie das Logo der eige­nen Firma. Ob auf Fax, Brief­pa­pier, Visi­ten­kar­ten, Auto­be­schrif­tung oder Kugel­schrei­bern – über­all fin­det es sei­nen Platz.

Das Fir­men­ei­gene Logo ist das Gesicht, wel­ches das Unter­neh­men nach außen hin reprä­sen­tiert und sollte auch so behan­delt wer­den. Zu einem wich­ti­gen Geschäfts­ter­min würde man sicher­lich auch nicht unge­duscht, mit fet­ti­gen Haa­ren und Fle­cken auf der Klei­dung erschei­nen – ein Logo bei vie­len schein­bar schon!

Wie man grund­le­gende Feh­ler ver­mei­den und tes­ten kann, ob ein Logo funk­tio­niert, möch­ten wir euch in die­ser Check­liste ein­mal näher bringen.

Die­ser Arti­kel rich­tet sich vor allem an Anfän­ger in der Logo­ge­stal­tung und soll dabei hel­fen, die rich­ti­gen Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, wenn es darum geht: „Wel­ches Logo prä­sen­tiere ich dem Kun­den und wie kann ich es begründen?“

Die Checkliste

  1. Ist das Logo in Schwarz/Weiß umsetz­bar?
    Ein wich­ti­ger Punkt gleich zu Anfang ist die Frage, ob das Logo auch ohne die Wir­kung von Farbe funk­tio­niert und ästhe­tisch anspre­chend aus­sieht. In der heu­ti­gen Zeit ver­gisst man gerne das es immer noch Medien gibt die kei­ner­lei Farbe anzei­gen kön­nen. Ein klas­si­sches Bei­spiel hier­für ist das Fax­ge­rät, wel­ches in den meis­ten Fäl­len keine Farbe oder Grau­stu­fen pro­du­zie­ren kann und somit eine reine Schwarz/Weiß-Darstellung erfor­der­lich macht. Das klas­si­sche Fax als Medium zu unter­schät­zen ist ein gebräuch­li­cher Feh­ler denn immer noch wer­den viele Geschäfts­un­ter­la­gen, vor allem bei B2B, per FAX ver­schickt. Die Logo­ge­stal­tung in S/W anzu­fan­gen und ohne Far­ben zu begin­nen wäre die ein­fachste Lösung für die­ses Problem.
  2. Lässt sich das Logo in Positiv/Negativ wan­deln?
    Die­ser Punkt scheint zu beginn erst ein­mal etwas merk­wür­dig. Warum sollte ich mein Logo denn inver­tie­ren? Diese Frage lässt sich leicht beant­wor­ten, wenn wir uns Punkt Eins auf der Liste anse­hen, dort haben wir geklärt, dass ein Logo auch ohne Farbe wir­ken muss und zwar in S/W. Auf klas­si­schen Print­me­dien wird das Logo sicher­lich auf wei­ßem Unter­grund gedruckt wer­den (Papier­weiß). Bei Merchandise-Produkten wie Kugel­schrei­bern oder T-Shirts wird gerne ein schwar­zes Tex­til genom­men da man even­tu­elle Ver­un­rei­ni­gun­gen des Stof­fes nicht sieht. Hier benö­tigt man eine weiße Dar­stel­lung des Logos, die immer noch klar zu erken­nen ist.
  3. Lässt sich das Logo bei extre­mer Ver­klei­ne­rung noch gut erken­nen?
    Wer­be­mit­tel wie Kugel­schrei­ber und/oder Feu­er­zeuge mit dem eige­nen Logo dar­auf erfreuen sich gro­ßer Beliebt­heit. Immer­hin hal­ten sich die Pro­duk­ti­ons­kos­ten in Gren­zen und der Wer­be­ef­fekt ist enorm! Da diese Pro­dukte aber von Natur aus eine sehr kleine Flä­che besit­zen, die auch noch bedruckt wer­den soll ist es von Nöten, dass das Logo auch bei einer Ver­klei­ne­rung auf 1cm Höhe noch gut zu erken­nen bzw. zu lesen ist. Es bringt das beste Wer­be­mit­tel nichts, wenn man den Fir­men­na­men oder das Logo nicht erken­nen kann.
  4. Wur­den zu viele Far­ben im Logo ver­wen­det?
    Das zu gestal­tende Logo sollte sich stets an das Cor­po­rate Design des Unter­neh­mens hal­ten. Als gro­ben Leit­satz könnte man hier auf­füh­ren das man nur soviel Farbe ver­wen­de­ten sollte wie nötig und nicht wie mög­lich. Ein gro­ber Richt­wert für eine Anzahl von Far­ben ist ein Wert von maxi­mal 3 Far­ben inner­halb eines Logos.
  5. Gibt das Logo eine Leis­tungs­aus­kunft wie­der?
    Mit die­sem Punkt ist gemeint, ob das Leis­tungs­spek­trum des Unter­neh­mens durch das Logo ver­mit­telt wird. Als Bei­spiel sollte das Logo eines Bau­un­ter­neh­mens auch ohne Erklä­rung ver­mit­teln das es sich hier­bei um eine Firma han­delt die z.B. Häu­ser baut und keine Lebens­mit­tel herstellt.
  6. Hebt sich das Logo von den Mit­be­wer­bern ab?
    Ein sehr wich­ti­ges Kri­te­rium im Logo­de­sign ist, das es aus der Masse her­vor sticht! In sehr vie­len Bran­chen kann man erken­nen das sich die Logos der unter­schied­li­chen Mit­be­wer­ber stark ähneln. Wie im Bei­spiel zuvor könnte man hier das Bau­ge­werbe her­an­zie­hen. Die meis­ten Mit­be­wer­ber aus dem Mit­tel­stän­di­schen Bereich haben in ihrem Logo ein Haus ver­ar­bei­tet. Ein Logo das nun kein Haus son­dern einen Kran dar­stellt, würde aus der Masse her­aus­ste­chen und im Gedächt­nis des poten­ti­el­len Kun­den bleiben.
  7. Passt die Schrift zur Unter­neh­mens­bran­che?
    Bei Logos die auf Typo­gra­fie set­zen, egal ob als Haupt­be­stand­teil oder als Ergän­zung zu einer Bild­marke, spielt die Wahl der Schrift eine große Rolle. Die gewählte Schrift sollte den Cha­rak­ter des Unter­neh­mens und das Leis­tungs­spek­trum unter­stüt­zen und es nicht ad absur­dum füh­ren. Bei unse­rem Bau­un­ter­neh­men käme eine feine und fili­grane Schrift eher merk­wür­dig daher. So will man doch ein sta­bi­les und gera­des Gebäude haben und kein Kar­ten­haus wel­ches bei der kleins­ten Berüh­rung in sich zusam­men fällt. Eine gute Wahl wäre hier sicher­lich der Griff zu einer Schrift wel­che Sta­bi­li­tät, Zuver­läs­sig­keit und Wider­stands­fä­hig­keit widerspiegelt.
  8. Kann das Logo schnell erfasst wer­den?
    Ein klas­si­sches Bei­spiel wäre hier der Ein­satz in Zeit­schrif­ten und Maga­zi­nen. Man schlägt die Seite auf, auf der das Logo abge­bil­det wurde, ver­weilt für eine Kurze Zeit (ca. 5 Sekun­den), blät­tert wei­ter zur nächs­ten Seite und das Logo ist ver­schwun­den. In die­ser Zeit sollte der Betrach­ter das Logo aller­dings schon gänz­lich erfas­sen kön­nen. Dies erfor­dert klare und struk­tu­rierte For­men wel­che auf ihr Mini­mum redu­ziert wur­den. Ein Logo mit nur 2 Ele­men­ten lässt sich eben leich­ter Erfas­sen als eines mit Zehn. Ein Logo sollte kein Bil­der­rät­sel sein an dem sich der Betrach­ter die Zähne ausbeißt.
  9. Kann man sich gut an das Logo erin­nern?
    Diese Frage kann man sich als Gestal­ter nur schwer selbst stel­len, des­halb emp­fiehlt sich ein soge­nann­ter Recognition-Test. Hier­bei wird einem Betrach­ter ein Objekt, in unse­rem Fall ein Logo, gezeigt und nach 5 Sekun­den wie­der aus­ge­blen­det. Nun wird der Betrach­ter direkt im Anschluss gebe­ten, alles auf­zu­zäh­len, woran er sich erin­nern kann. Die­ser Test lässt sich auch gut für die Lang­zeiter­in­ne­rung des Logos nut­zen, in dem man den Betrach­ter erst einige Stun­den spä­ter fragt,woran er sich kon­kret erin­nern kann.
  10. Ent­spricht das Logo der Cor­po­rate Iden­tity des Unter­neh­mens?
    Die meis­ten Unter­neh­men des Mit­tel­stan­des und dar­über hin­aus wer­den bereits eine beste­hende CI und ein aus­ge­ar­bei­te­tes Cor­po­rate Design (CD) ent­wi­ckelt haben, an dem wir uns, auch beim der Gestal­tung eines neuen Logos, ori­en­tie­ren­kön­nen und müs­sen. Ent­spricht das neue Logo den Kri­te­rien des vor­han­de­nen CD oder nicht? Das ist eine essen­ti­ell wich­tige Frage, die man in jedem Fall mit JA beant­wor­ten kön­nen sollte. Falls dies nicht der Fall ist und das Logo dem CD im Wege steht, fällt es damit sofort aus der Auswahl!
  11. Ist das Logo frei von druck­tech­ni­schen Pro­ble­men?
    Vor allem wenn es um das Erstel­len von Print­pu­bli­ka­tio­nen geht ist diese Frage eine der wich­tigs­ten. Das Logo sollte mit jedem gän­gi­gen Druck­ver­fah­ren ein­wand­frei wider­ge­ge­ben wer­den kön­nen. Das betrifft vor allem die gän­gigs­ten Druck­ver­fah­ren wie Hoch­druck (Let­ter­press), Tief­druck (Rota­ti­ons­druck), Flach­druck (Off­set­druck) und den Digi­tal­druck. Des­wei­te­ren sollte das Logo auch auf gän­gi­gen Office Laser­dru­ckern ein­wand­frei wie­der­ge­ge­ben wer­den kön­nen. Zu beach­ten wären hier zum Bei­spiel Fak­to­ren wie die Ton­wer­be­rei­che, die bei zu gerin­gen Wer­ten im Hoch­druck weg­bre­chen könn­ten. Ein wei­te­rer Punkt wäre hier die Wahl von Pro­zess– oder Voll­ton­far­ben, denn nicht jede Voll­ton­farbe ist auch in CMYK repro­du­zier­bar (Siehe hierzu die Farb­ta­feln der gän­gi­gen Volltonfarben-Hersteller wie PANTONE, HKS oder RAL). Zu ver­mei­den sind auch extrem fili­grane For­men, da diese je nach Druck­ver­fah­ren nicht aus­rei­chend detail­liert abge­bil­det wer­den können.
  12. Folgt das Logo einem Trend oder ist es zeit­los?
    Jedes Jahr flat­tern meh­rere Arti­kel mit der Über­schrift „Logo­de­sign Trend 20XX“ in mein Post­fach, die einem schön auf­zei­gen, wel­che Trends gerade im Logo­de­sign ange­sagt sind und wel­che die Zeit nicht über­dau­ern konn­ten. Bei der Gestal­tung eines Logos ist es wich­tig, dass man sich nicht an Trends hält son­dern etwas zeit­lo­ses schafft das auch in meh­re­ren Jah­ren noch gut aus­sieht und dem Geschmack der Ziel­gruppe ent­spricht. Ein Logo, das jedes Jahr neu ent­wi­ckelt und an einen Trend ange­passt wer­den muss, bleibt dem Betrach­ter nicht im Gedächt­nis. Aus­nah­men wie Kam­pa­gnen, die nur einen gewis­sen Zeit­rah­men in Anspruch neh­men, sind davon natür­lich aus­ge­nom­men und dürfen/müssen natür­lich auch einem aktu­el­len Trend folgen.
  13. Ist das Logo unan­fecht­bar?
    Man wird wohl heute das Rad nicht mehr neu erfin­den kön­nen, jedoch sollte man dar­auf ach­ten, andere Logos nicht zu kopie­ren um nicht recht­lich dafür belangt zu wer­den. Eine gute Idee für Ein­stei­ger ist es, sich Rat von erfah­re­nen, inter­na­tio­nal täti­gen Logo­de­si­gnern zu holen. Diese haben meist schon meh­rere tau­send Logos vor Augen gehabt und kön­nen euch sicher sagen, ob es ein ähnli­ches Logo wie eures schon gibt oder nicht!

Diese Liste erhebt natür­lich kei­nen Anspruch auf Voll­stän­dig­keit. Vie­les hängt ein­fach davon ab, wofür das Logo gebraucht wird und das der Kunde sich unter dem neuen Logo vor­stellt. So ist ein Logo, das aus­schließ­lich für den Inter­net­auf­tritt bestimmt ist (z.b. das einer Web­kam­pa­gne), mit ganz ande­ren Vor­aus­set­zun­gen anzu­ge­hen als eines, das für ein kom­plet­tes Unter­neh­men ste­hen und somit auch in allen Berei­chen der Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­tion funk­tio­nie­ren muss. Die Liste soll für euch in ers­ter Linie eine Richt­li­nie sein, die ihr, je nach Bedarf, ergän­zen oder kür­zen könnt — Viel Spaß und Erfolg damit :)


Zum Abschluss ein paar Fra­gen von uns:

  • Wie geht ihr beim Logo­de­sign vor?
  • Nutzt ihr schon eine ähnli­che Liste?
  • Habt ihr wei­tere wich­tige Punkte zur Ergän­zung?
  • Ver­zich­tet ihr auf sol­che Hilfs­mit­tel? Wenn ja, wieso?
  • Wollt ihr mehr über das Thema Logo­de­sign wis­sen? Wenn ja, was genau?

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10 Kommentare

10. Juni 2010 16:21

Tino Wehe

Ich finde es immer sehr sehr schwer die pas­sende Typo für ein Logo zu finden …

Die Liste druck ich mir aber trotz­dem mal aus und hau die an mei­nen Monitor :)

June 10 2010 16:45 pm

Achtzig

Danke für deinen Kommentar Tino.

Zum Thema Typografie werden wir sicherlich mal einen Beitrag über Polarisationsprofile erstellen, das sollte die Wahl der Schrift erleichtern :)

June 10 2010 16:58 pm

Tino Wehe

Coole Sache :)
Da bin ich gespannt :)

10. Juni 2010 16:33

Kate­gra­phy

Hi,

die Liste ist wirk­lich klasse. Ich mache Logos ja nur, wenn es sein muss, aber z.B. an mei­nem eige­nen Logo habe ich ewig geses­sen und es kommt immer mal wie­der vor, dass ich im Rah­men eines Web­de­sign ein Logo machen muss…
Die Liste wird auf jeden Fall gedruckt! Danke!

LG Kate

10. Juni 2010 16:48

Leif

Echt klasse Bei­trag, wird mir in Zukunft wohl immer mal wie­der unter die augen kommen :)

10. Juni 2010 20:02

Bir­git

sehr gute Liste.

Sollte jeder Logo­de­si­gner und sol­che, die es wer­den wol­len, ver­in­ner­li­chen, sofern noch nicht geschehen :)

13. Juni 2010 14:19

Cor­ne­lius Unbehaun

Logo­de­sign .. mein Hassthema.

Ich bin in die­ser Sache wirk­lich unkrea­tiv, ein neues Web­de­sign ist immer schnell erstellt, aber das pas­sende Logo …

Mein eige­nes Logo habe ich noch nicht fer­tig, bin aber bald fer­tig. Habt ihr vllt. noch Links zu em Thema die mir wei­ter­hel­fen können ?

Auf den Typo Bei­trag freue ich mich. Bis zum nächs­ten Post, Cornelius.

June 13 2010 15:28 pm

Sieben

Hi Cornelius, habe gerade meine Bookmarks durchforstet und bin noch auf folgende Links gestoßen (teils schon etwas älter, aber das spielt ja bei der Thematik keine Rolle):

http://bit.ly/zeJTN
http://bit.ly/F82LA
http://bit.ly/8R7ArL
http://bit.ly/8C9y5Q

Vielleicht ist ja noch was nützliches für dich dabei. Wenn du konkrete Fragen hast, kannst du auch gern ne Mail schreiben.

16. Juni 2010 08:39

CMD­Vi­su­als

Lus­tig, ich mach ja nie Logo­de­sign und auch mein eige­nes ist eigent­lich mehr nur ein Schrift­zug. Aber immer­hin erfüllt er 10 von 13 Kriterien ;-)

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